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32 Dinge. (Teil 1)

bestes Bild mit 32
[
mein Lieblingsbild mit 32. Meine Mädchen und ich beim Kuchen backen an einem Freitag im Herbst. Ein Alltagsmoment und eine schöne Erinnerung, hach.]

Seit jeher (also blog-technisch gesehen) ist es Tradition, dass ich am Vorabend meines Geburtstages darüber siniere, was das letzte Lebensjahr alles Schönes, Bemerkenswertes, Verrücktes oder Profanes mit sich gebracht hat. Da ich mich neuerdings frei fühle derartiges auch mit mehreren Wochen Verzögerung zu posten, kommen hier 32 Dinge. (und weil die Anzahl der Dinge immer größer wird – logisch – kommen sie diesmal in zwei Teilen.)

  1. 32? Es gibt bessere Jahre.
  2. zum Beispiel 33, juhuu!
  3. Obwohl 32 auch wirklich gute Seiten hatte.
  4. Aber mir fällt keine ein.
  5.  nagutok. Mit 32 habe ich gelernt, dass es etwas gibt, dass mich durch schwere Zeiten und anstrengende Phasen und Krankheit und Elend hindurch trägt. Etwas, das mich jeden Morgen glücklich macht und nachts nicht schlafen lässt. Dieses Etwas heißt iced coffee und ist die Liebe meines Lebens. (erstaunlicherweise treffen all diese Atribute auch auf meinen netten Freund Gott zu. Außer dass der mich freundlicherweise nachts schlafen lässt. Gott ist also noch ein bisschen cooler als Kaffee. Und das will wirklich was heißen!)
  6. Ich habe gelernt, dass sich Freundschaften, die wirklich gut sind, dehen können wie Kaugummi. Eine zeitlang denkt man, der Faden wird so dünn, dass man ihn kaum mehr sieht und auch nicht merken würde, wenn er reißt. Aber er reißt nicht und wenn man wieder zusammen gezogen wird, klebt man wieder aneinander wie früher. Hihi.
  7. Trotzdem habe ich keinen meiner Freunde in den ersten drei Wochen Elternzeit-Reise vermisst. Aber Lady Mary habe ich vermisst. Aus Downton Abbey. Muss ich mir Sorgen machen?!?
  8. Einer der schönsten Momente des Jahres war, dass ich am Tiefpunkt der Elternzeitreise mit meiner Freundin Christiane telefonieren konnte. Nach drei Wochen mit Mann und Kindern und Strapapzen, die ihresgleichen suchen, tut eine echte, wahre Freundin am Telefon unvorstellbar gut. Hach, herrlich.
  9. Wenn man einen Vorschlag aus Hape Kerkelings Buch „ich bin dann mal weg“ ausprobiert und sich einen schönen Kaffee „vom Universum wünscht“ und über Umwege dazu gelangt, mit einem Mc Donalds Cappuchino (!) auf dem McDonalds Parkplatz zu sitzen, mit kaputtem Dachfenster und es DANN seit fünf Wochen zum ersten Mal regnet – dann hebt man seine Hände zum Universum und sagt: „Du bist scheiße. Gott, bitte, bitte hilf du mir jetzt!“
  10. Ah! Mir ist eine unglauliche Errungenschaft meines 32. Lebensjahres eingefallen! Ich bin jetzt Teil einer Autorengruppe! Autorenselbsthilfegruppe, um genau zu sein. Aber wenn man Nadine und Benjamin an seiner Seite hat, dann kann das nur ein lustiger Abend werden. (auch wenn sich meine Autrorentätigkeit momentan darauf beschränkt, in sehr unregelmäßigen Abständen diesen blog zu schreiben und auch die Geburtstagkarten an die Mitarbeiter der Kindertagestätte meiner Kinder zu verfassen. Oh ja. Da gebe ich all mein Herzblut rein. Veröffentlich wird das aber hoffentlich niemals!)
  11. ich habe meine 1. grüne Hose gekauft. Endlich mal Farbe neben dem Mann mit den bunten Hosen!
  12. Der Mann mit den bunten Hosen und ich, wir sind recht glücklich. Meistens. Die Ehe an sich ist aber weder gesichert, noch läuft sie von alleine rund. Ganz im Gegenteil, mit 32 musste ich lernen, dass echt liebe Menschen durch echt blöde Trennungen gehen, obwohl niemand das jemals wollte. Und dass wir in dieser Sache mit der Ehe dringend zusammen halten müssen, weil ich keine Sekunde glaube, dass das für irgend jemanden einfach ist und immer glatt läuft. Also habe ich angefangen, die netten Menschen in meinem Umfeld zu fragen: „was denkst du über’s Wetter, wie sieht’s im Job aus und wie geht’s deiner Ehe?“ Erstmal komisch, gewöhnt man sich aber dran. Und die Gespräche, die entstehen, sind echt z.T. krass und immer wertvoll.
  13. Wer noch keinen regelmäßigen Mädelsabend in seinem Leben installiert hat, sollte dies unbedingt tun. Kann ich nur empfehlen. (Außer man ist ein Mann. Dann brauch man das mit dem Mädeslabend nicht so, schätze ich)
  14. Im letzten Herbst hat mein Mann mich endlich zu der Sache mit den freien Nachmittagen (aka Mädels bei Großeltern) überreden können. Was heißt überreden, machen wollte ich das durchaus auch, aber es hat erstmal Orga und Überwindung gekostet. Aber oh. Was für ein fataler Fehler, das nicht schon früher gemacht zu haben. Die pure Herrlichkeit.
  15. Im Januar war ich mein erstes Wochenende allein, ALLEIN unterwegs. Das wollte ich schon direkt nach dem Abstillen machen, hab es aber erst über ein halbes Jahr später geschafft. Aber oh. Was für ein fataler Fehler, das nicht schon früher gemacht zu haben. Die pure Herrlichkeit.
  16. mit 32 haben ich am Weihnachtsmorgen zum ersten Mal unsoufliert gehört: „du bist die beste Mama der Welt!!“ Nachsatz: „so einen Glitzerrock habe ich mir schon soooo lange gewünscht!“ Hach. Ich versteh das. (das mit dem Glitzerrock und das ich die beste Mama der Welt bin eigentlich auch, oh ja!)

Mehr kommt in Teil 2!

Eine nicht-mehr-ganz-32-jährige Bini

P.S. habe mal im Archiv gestöbert und tatsächlich 31 Dinge gefunden! Und sogar 28 Dinge!

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Von der Erfüllung meines Kindheitstraumes und anderer Big Magic.

Als ich 12 Jahre alt war, hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was mein großer Traum ist. Dieser große Traum hat sich 20 Jahre lang gehalten und ist heute, am 17.Januar 2017 um 9:15, in Erfüllung gegangen. Unter der Dusche. Und seither laufe ich auf einer Wolke und bin Gott ohne Ende dankbar.

Mein Traum mit 12 Jahre war: Ich möchte gerne Mutter und Schriftstellerin sein.

(In schlaflosen Nächten, nach kindlicher Verwüstung meines Wohnzimmers bis zur Unkenntlichkeit oder wenn ich meine Dreijährige in der KiTa um die Säule jage, weil ich gehen will, sie es aber lustiger findet um die Säule gejagt zu werden, ja, in solchen Momenten ist es durchaus hilfreich, sich ab und an zu erinnern: Das hier ist Teil meines großen Traumes. Hmja.)

Am Kinder-haben-Teil des Traums habe ich jetzt 4 Jahre intensiv gearbeitet. Was den zweiten Teil angeht, war ich bisher – so richtig schön Deutsch, wie ich nun mal bin – eher unsicher. Denn ich hab ja kein Zeugnis, keine Urkunde, niemanden, der mir sagt, das bist du. Bis heute morgen. Denn da stand ich unter Dusche und habe beschlossen, es mir einfach selber zu sagen. Laut.
„Ich bin eine Autorin. Ich bin Mutter, ich bin Künstlerin, ich schreibe. Nicht weil ich es irgendwo studiert habe, sondern weil ich es in mir trage. Weil ich mich selbst damit rette, jeden Tag, weil ich nur denken kann, wenn ich schreibe und weil ich schreiben will, solange ich denken kann. Das Schreiben hält mich am Leben, sowohl in den dunkelsten Durststrecken, als auch auf den Höhenflügen des Lebens und tief, tief drinnen weiß ich, ich will schreiben, weil es in mir ist.
Das, was ich will und kann und soll und muss und möchte, ist Schreiben.

I'm an artist, because I know.

DAS ist die Grundlage, meine Grundlage und darum geht es mir. Viel zu oft beschäftige ich mich mit der Frage, ob ich gelesen werde. Weil ich natürlich auch eine stolze Seite habe, die sich Anerkennung wünscht, die gerne erfolgreich ist (was auch immer das heißt), die gerne hört: gut gemacht. Aber heute habe ich fest gestellt: Um die Anerkennung von außen geht es nicht. Es geht nicht um die Bewertung des Ergebnisses. Es geht um den Prozess des Schreibens. Denn ganz ehrlich:

Warum ich schreibe.

Natürlich gibt es dazu ein „Trotzdem“.
Trotzdem bin ich super dankbar für alle, die hier lesen.
Trotzdem bin ich kein Einzelkämpfer, sondern muss alles was ich mache aus einer Art unkontrollierbarem Zwang heraus meinem Mann schicken, der in allen möglichen wichtigen Geschäftsterminen ein neues Bild mit neuen Klecksen bekommt oder einen neuen Text. [Er antwortet darauf für gewöhnlich sehr liebevoll und möglichst emoji-lastig :)] . Natürlich freue ich mich unglaublich darüber gelesen zu werden und noch viel mehr freue ich mich über eure Kommentare! Und natürlich habe ich viel zu lernen und brauche konstruktive Kritik und ein bisschen Begeisterung tut auch immer gut. Oh ja.

Darum von ganzem Herzen: Danke für’s Lesen.

Eine Bini, die schreibt

P.S. Ich bin natürlich nicht von ganz alleine auf diese glorreichen Gedanken gekommen, sondern wurde inspiriert von diesem wundervollen Buch von Elizabeth Gilbert, ja genau, dass ist die Autorin von „Eat, pray, love“, und sie hat diesen sehr inspirierenden TED talk gehalten vor einigen Jahren. Saucoole Frau. Ich kann „big magic“ nur dringend empfehlen. Dringend, dringend. Zusammen mit preisreduzierten Lindt-Schoko-Nikoläusen (es ist schließlich Januar!). Ha! Eine traumhafte Kombi :)

 

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Ungewöhnlicherweise: Heute wird Kunst verlost!

script school

Wer diesen blog ein wenig kennt, der weiß, dass ich kein großer Fan von Verlosungen bin. Aber seit einiger Zeit habe ich die große Freude meine Kunst auf juniqe.de zu verkaufen und jetzt habe ich die Möglichkeit bekommen 3 meiner Arbeiten zu verlosen (die Gewinner dürfen aussuchen welche). Darum gibt’s heute mal ungewöhnlicherweise eine Verlosung! Yeah!

Mitmachen kannst du, indem du in einem Kommentar unten schreibst, welches dein Lieblingsstück ist und warum. Angucken kannst du alle meine Sachen hier: juniqe.de/sabrina-hofmann
Die Gewinner werden heute um 22:30 gezogen. Bis dahin – viel Erfolg!

sript school

Man sagt ja immer, dass die Kunst selbst zu dem Betrachter sprechen soll und so. Darf sie ruhig. Ich will ihr da gar nicht ins Wort quatschen. Aber trotzdem ist es so, dass es meistens eine Geschichte zu den Worten gibt. Und darum will ich mal drei Geschichten von drei Arbeiten erzählen.

Mit dir.

Als der weltbeste Ehemann und ich unsere jetzige Wohnung renoviert haben, waren wir irgendwann angemessenerweise am Rande unserer Kräfte. Wir hatten Wände eingeschlagen, 300 qm Dielenboden geschliffen und gestrichen, die Küche lackiert. Wir hatten Gott sei Dank viel Hilfe. Aber ich hatte trotzdem nachts Alpträume davon, wie nasse Farbe die Wand hinunter läuft. Wir waren an der Grenze und zu allem Überfluss war Klausurenphase. Als wir dann im zweiten Stock im Büro vor der Entscheidung standen, ob wir den völlig vernagelten Boden rausmachen und die Dielen freilegen oder nicht, sprach eigentlich alles für „oder nicht“. Aber wir haben es gemacht. Wir haben gesagt – jetzt ist es eine kurze Qual, aber wir werden es lange genießen mit unserem schönen weißen Holzboden (und so ist es auch). Abends habe ich dem Dominik dann eine Karte geschrieben, mit einem Bild von uns in Boden-Schleif-Montur. Anstrengende Phasen sind anstrengend und zerren an der Ehe. Darum wollte ich festhalten, dass wir genau so sind und dass ich genau das mag an uns: Mit dir kann ich alles, mit dir will ich alles.

Letztendlich ist das Leben doch ein Fest.

Ein herrliches, herrliches Zitat von meiner Freundin Sophie (mit ihrer Erlaubnis, natürlich). Sophie ist eine dieser Freundinnen, die man monatelang nicht sieht, sich aber dann innerhalb von 5 Minuten in ein Gespräch über das Leben, die schönen und schweren Dinge, und überhaupt wieder findet. So einen Gespräch haben wir vor einigen Jahren über Whats App geführt, worin sie diesen glorreichen Satz schrieb. Herrlich. Und so wahr: Letztendlich ist das Leben doch ein Fest.

Gleich nochmal!

Das ist eigentlich ganz witzig, denn „Gleich nochmal!“ ist nämlich eigentlich nur ein Auszug von einer anderen Arbeit. Als ich mit dem brush scripten angefangen habe, ist meine Begeisterung und meine Leidenschaft mal wieder über die Realität des Übens gestolpert. Ich wollte nicht üben, ich wollte lieber direkt machen! Und das war verdammt schwer. Was mich dazu verleitet hat zu schreiben: „Ist das schwer! Gleich nochmal!“ denn das, ist so eine Art Grundeinstellung, die ich zu den schweren Anfängen aller guten Dinge habe. Irgendwie habe ich „Gleich nochmal!“ auch noch seperat geschrieben und dass ist bei der Auswahl durch juniqe dann genommen worden. Passt auf 1.001 Situationen. Aber mich wird es immer daran erinnern, wie sehr es sich lohnt trotz des schweren Anfangs zu sagen: Gleich nochmal!

So! Und jetzt bist du dran!
Eine pinselschwingende Bini

 

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Von grauen Haaren und Gnade.

today I want-1.jpg

Hach, das Mutter-Sein lehrt einen so unglaublich viel. Ob man mag oder nicht. (ich mag nicht)

Meine kleine Norali hat gerade wieder so eine Phase, in der ihre intrinsisch Motivation für profane Alltagstätigkeiten gegen Null geht. Oder eher unter Null. Wer hat schon Bock auf „Straßenschuhe aus, Hausschuhe an“ oder auch „Händewaschen vor dem Essen“ oder auch „das morgendliche Anziehen“.
Keiner.
Eben.
Und wenn man drei ist, dann hat man ja noch den unglaublichen Vorteil, sich als Alleinherrscher seiner kleinen Welt zu verstehen und darum die Dinge außerhalb des eigenen Interessensgebietes getrost übergehen zu können.

Und ich kriege graue Haare.

Weil ich mich anhöre wie eine kaputte Schallplatte und weil meine Nerven schon bessere Tage gesehen haben. Und darum gibt’s Zoff bei uns und ich HASSE das. Weil alle anderen Mamas dieser Welt in ruhigem, gelassenem aber bestimmten Ton ihre Kinder erziehen und ich die einzige bin, die manchmal Platzen könnte vor GRRR. (oder?)

Fakt ist jedenfalls – ich mag mich so nicht, bin nach jedem Donnerwetter traurig und will so nicht sein. Gott seid Dank (GOTTSEIDANK!) bekommen wir jeden Morgen eine neue Chance, an jedem neuen Tag. Darum habe ich beschlossen meine armen Nerven zu erholen und mir dann vor Augen halten, was mir wichtig ist. Und mir „etwas vor Augen halten“, das kann ich am besten im wahresten Sinne des Wortes. Darum habe ich auf meine Küchenwand geschrieben:

today I want-2.jpg

So kitschig es klingt, für mich zählen am Ende des Tages Liebe und Gnade. Dass ich meinen Kindern mit Liebe begegne (situationsbedingt streng und konsequent, aber auch mit Entschuldigung und istwiedergut) und mit Gnade. Gnade, für die kleinen Alleinherrscher, denen es weh tut ihr Zepter abzulegen und Gnade für die grauhaarige Mama, die genauso herrlich unperfekt ist, wie alle anderen grauhaarigen Mamas auch.

Und wer weiß, vielleicht stehen mir graue Haare sogar.

Eine begnadete Bini ;)

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Von geschorenem Haar und endloser Mama-Liebe

schöne Haare [Milia und ihre schönen Haare]

Letztens lag ich nachts wach. Also, erst hab ich geschlafen, aber die Milia nicht, dann hat sie geschlafen, aber ich nicht. Sie lag neben mir, hat unruhig geträumt, sich hin und her gewälzt und ich habe sie gestreichelt.

Und als ich ihre Haare gestreichelt habe, hatte ich einen dieser aberwitzigen, irrationalen Mama-Herz-Überqill-Momente. Ich habe gedacht:
„Ich hoffe, du rasierst dir nie deinen Kopf. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.
Ich hoffe, du vergisst nie, wie begeistert ich von dir bin. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.
Ich hoffe, du willst nie die Verbindung zwischen uns abbrechen. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.“

Und als ich mich heute morgen daran erinnert habe, musste ich lachen. Eine Tochter mit geschorenem Kopf, das wär schon was.

Ist das nicht unglaublich? Das man mit seinen Kindern eine Verbindung eingeht, die zur völlig idiotischen und selbstlosen Liebe führt? Ich hoffe ihre Haare bleiben auf dem Kopf und ich hoffe sie will immer ein Teil von meinem Leben sein. Aber selbst wenn sie mit Glatze auswandert und sich nie wieder meldet – ich werd sie immer lieben.

Eine endlos-liebende Bini

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Von goldener Herbst-Sonne

goldene Abendsonne
[
[goldene August-Abendsonne auf der Hochzeit von Andrea& Dan. Foto: Jonas Becker]

Meine geheime beste Freundin Shauna Niequist (sie weiß nichts von ihrem Glück, hihi), hat neulich im Savor-Buch über eine besondere Bibelstelle in Psalm 16,5-6 geschrieben. Es geht darin um das Erbe und um zugeteiltes Land und um Zufriedenheit mit den Grenzen, die gesetzt sind. Dazu stand eine Einladung, sein Leben mal anzusehen und zu schaun, wie zufrieden man mit den eigenen Gegebenheiten und Grenzen so ist.

Und wenn ich das mal so frei formulieren darf: Meine Fresse.

Ich bin so unglaublich, unfassbar und unsagbar zufrieden. Und dankbar. Und glücklich. Für diese herrliche Familie, die ich haben darf, für dieses herrliche Leben, in dem ich drin stecke und mich nicht so recht erinnern kann, wie das alles so kam. Mein Herz platz vor Glück und goldener Herbst-Sonne.

Dann habe ich eine lustige kleine Unternehmung gemacht – mein Gott-Zeit-Schreibebuch mal ein Jahr zurück geblättert. Und wenn ich das mal so frei formulieren darf: Meine Fresse.

Vor einem Jahr bin ich förmlich ertrunken in Tränen, in Schmerz, in Anstrengungen mit den Kindern, in Überforderung und in Einsamkeit. AchduliebeZeit.

Und ich hoffe so so so sehr, dass irgendwo, irgendeine frisch-gebackene Mama (oder  eine sonstwo in den tobenden Wellen des Ozeans steckende Menschenseele) das hier liest und ich ihr sagen kann, was ich der Bini-vor-einem-Jahr so gerne sagen würde: Alles wird gut! Halte durch! Du schaffst das! Doch Mann, du machst das gut! Doch, doch, bestimmt wird es besser, ganz sicher! Und ehe du dich versiehst, sitzt du in goldener Herbst-Sonne und kannst dein Glück nicht fassen!
Die Wellen um die Geburt eines Kindes sind unsagbar schlimm für manche von uns. Aber der friedliche Sonnenuntergang, wenn alles geschafft ist, ist nicht weniger intensiv. Kopf hoch! Wenn sogar ich das geschafft habe, dann schaffst du das auch!

Eine Bini auf der anderen Seite des Sturms

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So gar nicht meine Art

*neue*Mütze*
[Hui. Dieses Foto ist 5 Jahre alt. Die Mütze also auch. Muss sie bald mal raus kramen!]

… hier so lange nicht zu schreiben.

Die Sache ist die. Ich denke im Moment viel darüber nach, warum das Leben manchmal so anstrengend ist. Und man von den verschiedenen Erwartungen – vor allem den eigenen – so in die Knie gezwungen wird.

Ab und zu sitze ich der Illusion auf, dass es nur mir so geht. Das alle anderen besser organisiert sind. (Organisiert! Das wäre überhaupt die Lösung! Warum bin ich nicht besser organisiert?!) Aber in Wahrheit glaube ich an die Wahrheit – alle haben es irgendwo schwer.
(Und ganz ehrlich, zu hohe Erwartungen bekämpfen ist natürlich Meckern auf hohem Niveau)

Jedenfalls habe ich mich gefragt, wenn man es besser machen will, wo man da anfängt und aufhört und überhaupt. Wenn ich meine Erwartungen gern ein wenig runterschrauben würde, in leisere, schlichtere, entspanntere Töne, WIE soll ich das denn machen?

Bis ich neulich eine inhaltlich ähnliche Nachricht von zwei verschiedenen, neuen Freundinnen bekam: „Sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, ist so gar nicht meine Art, eigentlich.“

Hm.

Das ist mir besonders deshalb aufgefallen, weil ich genau das auch immer schreibe. Und sage. Und viel denke. Ich will keinen falschen Eindruck erwecken; so spät, unpünktlich, unzuverlässig und schusselig bin ich eigentlich nicht. Bloß dann ist es mir leider wie Schuppen von den Augen gefallen – was, wenn doch? Was wenn ich dabei tatsächlich den richtigen Eindruck erwecke, weil ich in Wahrheit ein wenig spät, unzuverlässig und ganz besonders unpünktlich bin? Weil ich mehr vergesse, als ich möchte und weil ich – jetzt kommt’s – keine Kraft und keine Lust habe, besser organisiert zu sein.
Und welche Freiheit läge wohl darin, mich einfach so zu akzeptieren, wie ich bin und dem eigenen Richter mal getrost und gepflegt die kalte Schulter zu zeigen? Ich glaube große Freiheit.

Natürlich darf so eine Selbsterkenntnis nicht ungesund werden. Ich bin ja schließlich immernoch deutsch. Ich werde brav und anständig und gewissenhaft und zuverlässig all meine vielen Kinder zu all ihren vielen  Vorsorgeuntersuchungen bringen. Aber wir werden dort (wie immer) 5 Minuten zu spät ankommen.

Denn das ist genau meine Art.

Eine artige Bini

P.S. Meine Freundinnen und ihre Nachrichten haben diese Gedanken zwar in mir angestoßen, aber ihre Motivation ist natürlich nochmal anders, weil ein Gegenüber im Spiel ist. Die beiden wollten nicht, dass ich mich vergessen fühle. Ich sprech daher – wie immer eigentlich – nur für mich.

P.P.S. Ich frag ja selten meine Leser irgendwas, aber das Thema macht mich neugierig. Darum erstmal: Hallo? Ist noch irgend jemand da? Und: Kennst du das? Was sind Dinge, die du von dir erwartest, obwohl du eigentlich anders bist? (bin ich am Ende doch die einzige? Nein, ich weiß :))

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JETZT

Maiwaldmädchen[Jedes Jahr im Mai mache ich ein Shooting mit dem Maiwaldmädchen. Weil der Maiwald der Grünste von allen ist und weil nur ein Mädchen den Wald noch schöner machen kann. Diesmal waren es gleich drei und zum ersten Mal war ich selbst dabei.]

Ich bin momentan ein wenig aus der Puste. Das hat viele Gründe: Krank-sein, Müdigkeit, der weltbeste Ehemann ist oft abends im Einsatz (uuäääh!) und die kleine Norali ist momentan öfter zu Hause, als in der Krippe.

Gestern Abend dachte ich, voll im 17:00-Tief gefangen, „Es ist einfach soooo anstrengend, jetzt noch Kraft für’s Zubett bringen zu sammeln. Ich brauche einfach nur einen Feierabend und muss da jetzt noch alleine durch. Das ist doch kein Leben.“

Und ein wenig später hat mich irgendeine Kleinigkeit an New York erinnert, an eins meiner Lieblingscafés. Und für einen Moment hatte ich es ganz klar vor mir, den speziellen Kaffeeduft, die leisen Akustik Chill-out Klänge, den tattowierten Hipster, der bediente um sich seine Musik-Karriere zu finanzieren. Herrlich.
Und ich weiß es noch ganz genau, die Nacht in Brooklyn, als ich auf einem meiner Lieblingsblogs von der Ankunft des 3. kleinen Mädchens gelesen habe und es mich irgendwie so aufgewühlt hat, dass ich nicht schlafen konnte und stattdessen mit offenen Augen von unseren zukünftigen Kindern geträumt habe.
An dieser Stelle müsste der berühmte Filmriss kommen, ein lautes Quietschen, ein STOP. Moment mal. Habe ich tatsächlich IN NEW YORK GELEBT und davon geträumt, Kinder zu haben? Habe ich tatsächlich ZWEI EIGENE HERRLICHE MÄDCHEN und träume von New York? Bin ich komplett bescheuert?
Ich denke nicht. Hoffe ich zumindest :)

Aber es ist lohnenswert darüber nach zu denken. Ist das eine typische Ilsebill-Geschichte, die Frau des Fischers aus dem Grimm Märchen, die immer mehr haben wollte und immer was Neues, Anderes, Größeres, die nie zufrieden war? Oder liegt es eher daran, dass ich schon lange weiß, dass ich beides in mir trage. „Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust“ hat Goethes Faust gesagt. So fühle ich mich mit der Kunst, dem wilden, kreativen Leben, dem Tatendrang und der Schaffenskraft  VERSUS dem tiefen, inneren, festen, auch wildentschlossenen Bedürfnis all meine Liebe und Kraft meinen Kindern zu geben, sie zu schützen und sie an zu feuern, sie zu trösten und ihnen durch ihr Leben zu helfen.

„Vielleicht“, habe ich dann gedacht, „vielleicht wird es besser, wenn es ein wenig ausgeglichener ist. In NY war ganz extrem die erste Seite gefragt, mein Mutterherz war vollkommen unausgelastet. Jetzt ist es umgekehrt, das Mutterherz kommt VOLL auf seine Kosten, aber für den Künstler bleibt kaum Gelegenheit nach Luft zu schnappen. Wenn die Kinder etwas größer sind wird das doch bestimmt besser. Oder?
Oh nein. Ich will nicht mehr warten. Keine Sekunde länger will ich warten. Ich habe genug gewartet. Ich will mich jetzt ins Leben stürzen, in diesen Abend heute, an dem ich meine Mädchen ganz alleine in den Schlaf singen& kuscheln werde, in die handverlesenen Momente, in denen mich die Muse küsst, in alle Müdigkeit und alles puren Glück. So ist das Leben. Und ich will es JETZT genießen.

Maiwaldmädchen

Oh ja.

Eine Bini-im-Jetzt

 

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Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte *

3 Mädchen
*außer zum Thema Kinder.

Dazu sagt dieses Bild absolut gar nichts. Also doch, schon, es sagt eine Menge, aber ich müsste noch 1.000 Worte hinzu fügen, um der Sache gerecht zu werden.

Das Bild sagt nicht, dass schon vor dem Frühstück allerseits eine solche Verzweiflung herrschte, dass ein Mädchen-Haarband-Partnerlook die einzige Rettung war.

Das Bild sagt nicht, dass der Rest der Wohnung ein einziges Chaos ist, in dem sich benutzte Kaffeetassen in Wäschebergen verstecken (ok, das ist übertrieben, aber auch nur ein bisschen). 

3 Mädchen

Das Bild sagt nicht, zumindest nicht in der Wucht, in der ich es fühle, wie unfassbar schön meine Mädchen sind.

Das Bild sagt nicht, wie herrlich sich ihr Lachen anhört.

Das Bild sagt nicht, dass ich unter 3 Kaffee den Tag nicht schaffe.

3 Mädchen

Das Bild sagt nicht, dass mich Noralis Ideen und Aussprüche täglich zum Lachen bringen und Milias breites Grinsen die Welt schöner macht.

Das Bild sagt nicht, dass mir nach unzähligen Krankheitstagen (Scharlach! Zähne! Grippe! Magen-Darm! Schnupfen! Zähne! Wachstumsschub! Achjaunddie ZÄHNE!) langsam die Puste ausgeht.

3 Mädchen

Es ist in echt nicht so leicht, wie es aussieht. Sonder superschwer.
Es ist in echt nicht so schön, wie es aussieht. Sondern noch viel, viel, viel schöner.

Eine  Bini im Mädchen-Haarband-Partnerlook

P.S. Das ist eigentlich einen eigenen Beitrag wert, aber egal,  jetzt kommt’s im PS: Seit kurzem kann meine Kunst kaufen – hurra!!!!! Und zwar hier: juniqe.de/sabrina-hofmann

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Don’t fight February.

Jedes Jahr wieder erwischt mich der Februar mit voller Wucht. Alles ist Grau, Grau, Grau im Februar. Alles ist müde, erkältet und am Frieren. Der Frühling scheint genau so weit weg zu sein, wie die kuschelige Bettdecke, auf die ich mich den ganzen Tag freue.

Und jedes Jahr will ich mich dagegen wehren. Will die Anstregnung ignorieren und mit Gummistiefeln durch Pfützen stampfen. Will die Müdigkeit mit schönen Kerzen vertreiben und eine dampfende Suppe kochen. Will durch meine to do Liste preschen, um am Abend nicht nur erschöpft zu sein, sondern auch was geschafft zu haben. Die „let’s do this, February“-attitude.

Aber in der letzten Zeit freunde ich mich mit dem Gedanken von Schwachheit an. Von Pausen brauchen und darum Pausen machen. Von Ideen für später aufheben und für vielleicht-sogar-eventuell jemanden enttäuschen. Eigentlich reichen mir für diesen Monat die Ziele, dass meine Kinder sauber und satt sind. (weniger stillen/mehr essen bei der Kleinen und OHNE Windel bei der Großen ist ohnehin ein monatsfüllendes Programm. Ich koche und wasche den ganzen Tag).

Gestern hat die Kleine ein Schläfchen gemacht und die Große wollte eine Geschichte hören. Das ideale 20 Minuten Fenster, um schnell die Spülmaschine auszuräumen, das Abendessen vorzubereiten und dieses blöde Antragsformular auszudrucken. Da sagt meine kleine Norali: „Mama, hörst du mit mir?“ Oh Mann, ja! So unglaublich gerne. Also haben wir auf der Couch gekuschelt und zusammen die CD angehört. So lässt sich der Februar unbedingt aushalten.

February

Darum für mich selbst und für alle die es hören müssen: Don’t fight February! Grau und müde, Schwäche und Pausen gehören zum Leben. Ich will nichts davon vermissen oder verpassen. Willkommen, du hässlicher Monat! Ich freue mich auf dich.

Eine non-fighting Bini

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31 Dinge, die ich mit 31 gelernt habe.

10 Jahre!
[mein Lieblingsfoto mit 31! An unserem 10. Hochzeitstag im Kurpark]

Morgen werde ich 32, höchste Zeit also, vorher noch 31 Dinge fest zu halten, die ich mit 31 gelernt habe:

  1. Ich kann einen blogpost schreiben, obwohl ich in einer komplett verwüsteten Chaos-Küche sitze, in der ich eigentlich für morgen Kochen und Geburtstagskuchen backen sollte…
  2. iMessage ist zwar nur eine kleine app, sie hat mein Leben aber revolutioniert. Ich schreibe mit meiner liebsten Alaska-Beth so, als würde sie nebenan wohnen. Herrlich ist das.
  3. Es ist ein abgesdroschener Satz und hach, dagegen sträubt sich alles in mir, aber:
    „1 Kind ist wie Urlaub“.
  4. Sehr schwanger aussehende Frauen sollte man niiiie fragen: „boah, isses bald so weit?!?“, denn dann kommt ein säuerliches „Ich hab noch 10 Wochen, grrr“. Neue Grundregel: Gespräche mit egal-wie-schwangeren immer starten mit „du siehst TOLL aus!! Kann ich dir ein Stück Kuchen spendieren?“ Oh ja. Klingt viel besser.
  5. Holland. Der Holland Urlaub war eine Horizonterweiterung, vor allem wegen der Weite am Horizont.
  6. ein Schwangerschafts Dokumentations Foto Projekt ist eine tolle Sache, ist furchtbar anstrengend, macht unglaublich Spaß und – wie bei der Schwangerschaft auch – man kann das Ende kaum abwarten.
  7. iced coffee. Oh, liebster iced coffee. Der Sommer war ohne große Mühe der schlimmste Sommer aller Zeiten und iced coffee war der Fels in meiner Brandung, der mir mehr emotionalen Halt gegeben hat, als ich zu geben mag. Im letzten halben Jahr war der 23. Januar der einzige Tag ohne iced coffee (und das war ein Unfall!).
  8. große Schwestern sind der Hammer.  Sowohl in klein (Norali), als auch in groß (meine Schwester Anja) und ganz besonders in Braut (wieder Anja).
  9. Nutella ist fatal in der Stillzeit. Oder bin ich die einzige, die über keinen Funken Impulskontrolle verfügt und das Nutellaglas mit dem Löffel bewaffnet attackiert? Ups.
  10. 10 Jahre ist der weltbeste Ehemann an meiner Seite Ehemann und ich bin unfassbar froh und dankbar und glücklich darüber. Er war und ist bis zum heutigen Tag der faszinierenste Mensch, den ich je getroffen habe.
  11. Wenn man für die Verbesserung der Ehekommunikation ein „marriage board“ an die Wand schraubt und aktuelle (meist kritische) Themen darauf vermerkt, sollte man unbedingt Zeit einplanen, um all die Themen zu besprechen. Sonst ist der nächste, kritische Punkt auf der Liste „dieses saublöde marriage board“.
  12. Eine große Kleiderauswahl haben ist vollkommen überbewertet. (Andererseits fürchte ich, dass das komplette KiTa Personal langsam dahinter kommt, dass ich jeden Tag die gleiche Hose und das gleiche Shirt anhabe… ups.)
  13. Lieblingslied in diesem Jahr, war eindeutig von Sam Smith „I’m not the only one“. Trotz des Textes. Herrlich.
  14. Das der Apfel nicht sonderlich weit vom Stamm gefallen ist, merkt man daran, dass Mutter und Tochter gemeinsam gereimte Kinderbücher vortragen können ohne eine einzige Seite aufzuschlagen. Sehr amüsant. Besonders bei diesem hier.
  15. Überhaupt ist das Jahr, in dem das Kind sprechen lernt (also so richtig, in ganzen Sätzen, mit eigenen Gedanken) ein recht amüsantes. Zu den Favoriten gehören: „Hör mal, eine Motorsäge“ Norali: „Ja, da wird gerade vielleicht ein Motor gesägt“.  Ihre beste Wortkreation: die Hebamama. Wie überaus treffend.
  16. Denn wenn irgendwo irgendwer auf der Welt denkt, dass man eine Geburt oder die erste Zeit mit Baby ohne eine Hebamme schaffen kann – dann weiß ich auch nicht. Da fehlen mir die Worte. Ich wäre nicht mehr da, ohne meine Hebamme (die beste der Welt, übrigens).
  17. Aber MIT Hebamme kann ich einen Menschen auf die Welt bringen (auch wenn ich es noch Sekunden vorher für komplett unmöglich halte)! Einen kompletten Menschen, einen supercoolen noch dazu! Darauf bin ich sehr stolz.
  18. Wenn man dann noch im Kreißsaal, mit mega frisch geschlüpftem Baby im Arm einen Ring vom Ehemann geschenkt bekommt, ist das eine unglaublich schöne Erinnerung.
  19. Wenn man denkt, dass man nach 36 Wach-Stunden (davon 18 Stunden Wehen) noch in der Lage ist, allein aufs Klo zu gehen, ist es mal wieder eine Hebamme, die einen rettet und die Füße hochhält, während man aus der Ohnmacht erwacht. Hmjaja. So war das.
  20. Shauna. Meine aktuelle Lieblingsautorin (für IMMER! Sie ist wundervoll!!) heißt Shauna Niequist und ist ganz und gar fantaschisch. Mein Lieblingsbuch ist Savor, aber bread and wine kommt gleich danach!
  21. Eine unglaubliche Erkenntnis war mit 31 (Achtung! Dafür habe ich ZEHN Ehejahre gebraucht!), dass ich meinen Mann nicht ändern kann und wohl niemals ändern werde.
  22. was zu dem Mantra geführt hat „Lieb ihn, wie er ist. Lieb ihn, wie er ist.“ Das murmele ich meistens mit zusammen gebissenen Zähnen und geballten Fäusten.
  23. wenn man denkt, das Kind kann nicht noch süßer werden – doch. Kann es. Wenn man denkt, das Kind kann nicht noch ungehorsamer werden – doch. Kann es.
  24. Dass sich zwei Schwestern in ihrem ersten gemeinsamen Jahr bereits so gern haben können, hätte ich nicht für möglich gehalten. (wer trocken lacht und sagen will: „jaha, noch! haben sie sich gern“, der soll bitte lieber den Mund halten, Dankeschön).
  25. Wer am Geburtstag einen Geburtstagskuchen essen will, sollte langsam mal anfangen mit dem Backen…
  26. Den Pinsel schwingen führt immer noch zu Höhenflügen und zu bald erwerbaren Kunstwerken. Hoffentlich gibt’s bald mehr dazu!
  27. Wenn das Kind zum ersten Wochenende bei Omi& Opi abgeholt wird, dauert es keine 25 Minuten, bis man fröhlich im Kino sitzt. Ha!
  28. Urlaub zu Hause funktioniert, wenn man nur will. Und wenn man nicht im heimathafen arbeitet, denn dann ist die Sache schon sehr viel schwieriger.
  29. Auch wenn dieser heimathafen einige Dinge sehr viel schwieriger macht, macht er unser Leben auch immer noch schöner, bunter, aufregender. Und möglich, mal so ganz klar gesagt.
  30. Pläne, die man tagsüber für abends macht, könnte man auch gleich streichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Abend auch nur ein Funken Restmotivation übrig ist, geht gegen 0.
  31. Außer man möchte einen Geburtstagskuchen essen. Da fange ich jetzt schnell mal mit an.

Hui! Was für ein unglaubliches Jahr! Einige Episoden waren so so schwer. Dafür haben wir einen komplett neuen Menschen auf diese Erde bekommen, einen recht fröhlichen noch dazu! Und überhaupt gab es viel Wachstum, viel Lernen, viel Beschenkt sein. Ich bin sehr dankbar für mein Jahr und bin so super gespannt auf das kommende!

Eine 31-Jahre-alte Bini

P.S. Der Kuchen ist jetzt zu müde und möchte nicht mehr gebacken werden. Vielleicht nächstes Jahr.

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Vom schönsten und leisesten Durchbruch aller Zeiten und dem schlummernden Künstler.

Angekommen

Irgendwann vor 4-6 Wochen war er endlich da. Mein Durchbruch. So sanft und leise, das er in keinster Weise dem brachialen Wort „Durchbruch“ gerecht wird, aber oh, sooo wundervoll und herrlich. Auf einmal habe ich in meinem Tag innegehalten und festgestellt – ich bin angekommen. Ich fühle mich genau richtig. Das Leben ist schön, meine beiden Mädchen sind unbeschreiblich herrlich. Ich habe das Toben des Ozeans überlebt und bin in milderen Gewässer gelandet. Oh, wie gut.
Natürlich, natürlich ist das Leben voller neuer Überraschungen und Herausforderungen. Langweilig wird’s trotz allem Angekommen-sein nicht. Besonders nicht im Winter, wenn die Bazillen sich selbst zu den Herrschern des Universums küren. Die fiesen Dinger.
Also streiche ich Weihnachtsfeiern und sage Treffen ab, wische stattdessen kleine Rotzenasen, inhaliere (mit Lied, immer mit Lied), gebe Nasentropfen und Schnupfencreme und wenn man alles bei allen durch hat, kann man direkt wieder von vorne anfangen.

Ich vereinfache wo ich kann (Hauptsache die Wäsche ist gewaschen, zusammenlegen ist ein Luxus für gesunde Tage…), schlage mir die Nächte um die Ohren als wäre ich eine feierwütige Abiturientin und ab und an halte ich inne und denke daran, dass ich meine Träume nicht vergessen will, auch wenn sie gerade hinten anstehen. Ich bin noch da. Der Künstler in mir ruht ein wenig, findet momentan kreative Lösungen bei Zeitnot und angesichts der gähnenden Leere des Kühlschranks. Oder auch wenn es unterwegs Windelunglücke gibt, die jeglicher Beschreibung spotten. Oder so. Momente zum Kreativ-Sein gibt es in Hülle und Fülle und eines Tages werde ich dafür auch wieder Fotos und Videos verwenden, richtige Künstlermaterialien wie Farbe und Pinsel und Leinwände. Und Schreiben werd ich. Schreiben, Schreiben.
Und bis es soweit ist, werde ich meinen Laptop zu klappen und den Kittel anziehen, den mir meine  kleine, große Norali genau jetzt hinhält, wo ich das hier schreibe – und knete mit ihr. Oh ja.

Eine angekommene Bini