Endlich. Endlich bin ich am Ende der langen Liste angekommen.
Und wieder fühle ich mich wie damals: Freeeeiheeeit!
Zeit für Frühling. Zeit für’s Ankommen im neuen Haus. Zeit für die Bini. Zeit für Freunde, für Musik, für Nichtstun. Oh. wie. gut.
Author Archive for Domi
Hehe. Nach dem letzten Montagsvideo von der Bini hatte ich gerade diese Mail im Postfach:
Danke. Fühle mich geschmeichelt.
Der Grund meiner Sprachlosigkeit auf diesem Blog: work(over)load. Und
das ist nur die Uni: Nebenbei ziehen wir ja auch in 10 Tagen um… Und
das werden wir nur Dank meiner sehr viel besseren Hälfte packen, weil
die im Moment so einiges auffängt, was meinem Lernwahn zum Opfer
fällt… Du bist meine Heldin. Danke!
Ich bin unter die Poeten gegangen und habe ein Gedicht geschrieben:
Oh wie gut
ein Sonntag tut.
So habe ich mich gestern gefühlt. Ach wie herrlich. In all dem Lernwust momentan einfach mal auf einen Tag nichts tun. Abschalten. Menschen genießen. Und Kaffee. Steht schließlich schon in unserer Gebrauchsanweisung: ‘Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun… Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.’ (2. Mose 20,10) Ist doch der Hammer: Verpflichtet zum Nichtstun, von Gott höchst persönlich - wer wollte denn da ungehorsam ;-)
Da hab ich zum Beispiel endlich mal wieder Zeit gehabt, ein bisschen nach neuer Musik zu stöbern - und bin bei alten Bekannten mit neuem Album fündig geworden:
Jetzt ist der Sonntag leider wieder vorbei… Daher stand heute wieder nur Lernen an. Aber Ende der Woche kommt ja wieder ein Sonntag. Gute Arbeit, Gott.
Ich bin frustriert. Frustriert von meiner Uni. Ich hab’ lange probiert, offen zu sein, das Gute zu sehen, mich eines Besseren belehren zu lassen. Aber ich muss zu dem Schluss kommen: Ich bin frustriert. Frustriert von der staubtrockenen Lehre, dem stupiden Auswendiglernen, dem Versacken in Konventionen, der Visionslosigkeit und dem verschwindend kleinen Horizont.
Ich will an einer guten Uni studieren! Harvard, Columbia, Oxford - egal, mir geht’s nicht um große Namen, mir geht’s um große Lehre. Und die habe ich in meinem Studium bisher nur selten gefunden. Und das sage ich nicht, weil meckern so einfach ist oder Kritik an deutschen Hochschulen gerade ach so zeitgemäß. Sondern ich sage es, weil ich bessere Beispiele kenne, weil ich exzellente Lehre kenne. Lehre, die nicht durch die vielbeschworenen Sponsorenmillionen glänzt, sondern durch ihre Professoren. Professoren, die leidenschaftlich sind, wissbegierig, konventionslos. Professoren, die wissen, dass die Studenten vor ihnen zu den Menschen gehören, die später die Geschicke des Landes beeinflussen, indem sie Unternehmen führen, Medien prägen, Politik machen - und auf diese Weise das Potential haben, die Welt zu verändern. Ich vermisse Professoren, die dieses Potential sehen. Sehen, schätzen und nutzen. Professoren, die ihren Studenten nicht beibringen, was sie zu denken & zu wissen haben, sondern wie sie zu denken haben, wenn sie sich eine eigene Meinung bilden möchten. Professoren, die lehren, wie sich Studenten mit sich selbst und der Welt um sie herum auseinandersetzen, warum das, was sie da lernen, bedeutend ist und wie es ihnen praktisch hilft, gute Entscheidungen zu treffen.
Allen, die mal einen Hauch davon abbekommen möchten, wie erhebende Lehre aussehen kann, empfehle ich stark sich mal die öffentlich zugänglichen Online-Angebote von Prestige-Unis anzusehen: Ich konnte mich schon des öfteren nicht losreisen vom Bildschirm. Als Appettizer hier ein kleines Häppchen aus Harvard:
Hier eine lose Sammlung von Links zu den Schätzen der Bildungswelt:
Academic Earth - Video lectures from leading Universities
Open Culture - Free educational and cultural media
Online-Angebote der Elite-Unis - Linksammlung von Open Culture
Free Online Classes - eine Sammlung von Open Culture
Youtube’s top ten - eine Hitlist von Open Culture
MIT - und als Podcasts
Princeton - und als Podcasts
Oxford - als Podcast
Post Scriptum: Diesen Post habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, als ich noch mehr Zeit im Hörsaal verbracht habe als in der Bib und akut frustriert war. Jetzt, im intensiven Selbststudium, zeigt sich mal wieder, dass man an jeder Uni was lernen kann - man darf sich halt nicht immer auf die Profs verlassen, sondern muss sich den eigenen Hintern plattsitzen…
Es herrscht immernoch Ausnahmezustand im Lande von Domi und Bini. Daher herrscht auch noch Ausnahmezustand im Lande von domiundbini.de. Deshalb habe ich gerade das dringende Bedürfnis eine Runde gediegen zu heulen: Mein Tagesablauf, schnief, lässt sich mal wieder in 4 Worte zusammenfassen: Uni von 10 bis 10. Was ich jetzt bis Mitte März brauche ist eine neue Art von Motivation:
Wie sollen wir nur alle aktuellen Baustellen unter einen Hut bringen…?
Baustelle #1: Das neue Haus
Diese Woche haben wir ja endlich den Mietvertrag unterschrieben - und puh, was tut das gut. Denn während wir die letzten Monate schon fleißig am Renovieren waren, hunderte Euros ausgegeben und unsere alten Wohnungen gekündigt haben, hatten wir bisher noch keine abschließende Sicherheit: alles lief aus Zeitgründen erstmal auf Vertrauensbasis mit dem Vermieter - was ziemlich spannend und manchmal anstrengend war. Aber: Davon vielleicht später mehr. Für jetzt ist er ja unterschrieben, der Mietvertrag. Den Einzugstermin haben wir auch um einen Monat nach hinten verschoben, damit uns ein bisschen Zeit bleibt - es muss ja noch so einiges getan werden.
Baustelle #2: Uni
“Die Klausurphase hat wieder begonnen. Das heißt Lernen von 9 bis 9.”
Schonmal gehört? Tja, alle Jahre wieder: hier. Im Moment ist’s zum Glück noch nicht ganz so schlimm. So richtig hart kommt’s dann Ende Februar/Anfang März.
Baustelle #3: Sich neu einrichten
Und das alles mit “Papas” Kreditkarte… Denn: Just ein paar Wochen, bevor wir ins neue Haus einziehen und massig Einrichtungsgegenstände für die bisher leeren Gemeinschaftsräume brauchen, zieht das Gericht in Wiesbaden um und schmeißt endlos viel hochwertiges Mobiliar raus. Hehe, was für ein Timing. Gott scheint ziemlich langfristig zu planen ;-) Ach ja: Wer ganz genau hinschaut, kann Oli & Joe erkennen, die am Rosinenpicken sind, kurz bevor wir mit einem LKW ankommen und 8 Schränke, 7 Schubladenwägen, 6 Schreibtische und einiges anderes einladen. Anmerkung für solche, die sich angesprochen fühlen: Die Zahlen sind Näherungswerte und beinhalten u.U. 10% Dramaturgie-Zuschlag ;-)
Aufgrund all dieser Baustellen kann es gegebenenfalls zu Verzögerungen im Blog-Verkehr kommen…
Zum Abschluss noch ein Bild vom Baustellen-Shooting:
Wie ham’ wir das wohl gemacht?
Ich fühl mich irgendwie allein in der Bib… Muss denn sonst niemand lernen?
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