Heute habe ich mir 2 Brötchen und 1 Zeitung gekauft. Dann habe ich erstere genüsslich verzehrt und letztere von vorne bis hinten durchgelesen. Eineinhalb Stunden lang. Ich glaube, ich hab’ endlich Semesterferien.
Ich könnte, mal wieder, die ganze Welt umarmen - wobei ich ausdrücklich die Uniwelt ausschließe: Die kann mir jetzt erstmal gestohlen bleiben. Oh, ich freu mich auf Zeit-haben. Wie damals, als die Vorlage für das Foto oben in Sevilla entstanden ist.
Dieses Mal: Markenmanagement. Alles Schöne daran (=Sprechblase und verschnörkelter Rahmen) sind Überbleibsel vom LIEBENSWERT-Shooting letzten Freitag und stammen selbstverständlich nicht aus meiner, sondern aus Binis Feder.
Eigentlich ist unsere Küchenwand für künstlerische Ergüsse und Nettigkeiten zwischendurch gedacht. Doch vergangenen Samstag wurde sie Opfer einer unrühmlichen Attacke meinerseits:
Doch von vorne: Heute habe ich die erste und heftigste Klausur dieses Semesters hinter mich gebracht: Steuerlehre. Gute Sache. Denn die Lernphasen sind bei mir traditionell intensiv. Aber als ob es nicht schon genug wäre, den Großteil der Arbeitswoche in der Bib mit Lernen zu verbringen, habe ich am Samstag beim Frühstück mit der Bini spontan eine Steuer-Session bei uns in der Küche hingelegt. Sie wollte mal wissen, was ich da überhaupt so lerne (na ja, vielleicht wollte ich’s auch unbedingt erzählen - wer kann das schon sagen). Eine geschlagene Stunde lang hab ich die gesamte Küchenwand vollgekritzelt…
Die ist nämlich mit Tafelfarbe geschrieben. Mit Platz für die ganz großen Ideen, wenn unsere anderen Notizbücher mal zu klein werden. Mit all dem Gekritzel jedenfalls hab ich sie in mein dürftiges Wissen über das deutsche Steuersystem eingeführt - und jetzt fühl ich mich ein wenig wie so ein verrückter Professor, der selbst in der Freizeit nur über seine verworrenen Theorien nachdenkt. Hm. Wenigstens das Grußwort unseres Nachbarn oben rechts erinnert noch an die unbeschwerte Zeit vor den Klausuren, in der man nix als Flausen im Kopf hatte…
Die Klausurphase steht bevor. Damit ist die Bib wieder zweite Heimat. Und die Langeweile manchmal groß - dann muss die Photobooth her. Sonst werde ich noch kirre zwischen den ganzen Büchern. Dabei hätte ich zu Hause welche, die ich wirklich gerne lesen würde…
Der Grund meiner Sprachlosigkeit auf diesem Blog: work(over)load. Und
das ist nur die Uni: Nebenbei ziehen wir ja auch in 10 Tagen um… Und
das werden wir nur Dank meiner sehr viel besseren Hälfte packen, weil
die im Moment so einiges auffängt, was meinem Lernwahn zum Opfer
fällt… Du bist meine Heldin. Danke!
Ich bin frustriert. Frustriert von meiner Uni. Ich hab’ lange probiert, offen zu sein, das Gute zu sehen, mich eines Besseren belehren zu lassen. Aber ich muss zu dem Schluss kommen: Ich bin frustriert. Frustriert von der staubtrockenen Lehre, dem stupiden Auswendiglernen, dem Versacken in Konventionen, der Visionslosigkeit und dem verschwindend kleinen Horizont.
Ich will an einer guten Uni studieren! Harvard, Columbia, Oxford - egal, mir geht’s nicht um große Namen, mir geht’s um große Lehre. Und die habe ich in meinem Studium bisher nur selten gefunden. Und das sage ich nicht, weil meckern so einfach ist oder Kritik an deutschen Hochschulen gerade ach so zeitgemäß. Sondern ich sage es, weil ich bessere Beispiele kenne, weil ich exzellente Lehre kenne. Lehre, die nicht durch die vielbeschworenen Sponsorenmillionen glänzt, sondern durch ihre Professoren. Professoren, die leidenschaftlich sind, wissbegierig, konventionslos. Professoren, die wissen, dass die Studenten vor ihnen zu den Menschen gehören, die später die Geschicke des Landes beeinflussen, indem sie Unternehmen führen, Medien prägen, Politik machen - und auf diese Weise das Potential haben, die Welt zu verändern. Ich vermisse Professoren, die dieses Potential sehen. Sehen, schätzen und nutzen. Professoren, die ihren Studenten nicht beibringen, was sie zu denken & zu wissen haben, sondern wie sie zu denken haben, wenn sie sich eine eigene Meinung bilden möchten. Professoren, die lehren, wie sich Studenten mit sich selbst und der Welt um sie herum auseinandersetzen, warum das, was sie da lernen, bedeutend ist und wie es ihnen praktisch hilft, gute Entscheidungen zu treffen.
Allen, die mal einen Hauch davon abbekommen möchten, wie erhebende Lehre aussehen kann, empfehle ich stark sich mal die öffentlich zugänglichen Online-Angebote von Prestige-Unis anzusehen: Ich konnte mich schon des öfteren nicht losreisen vom Bildschirm. Als Appettizer hier ein kleines Häppchen aus Harvard:
Post Scriptum: Diesen Post habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, als ich noch mehr Zeit im Hörsaal verbracht habe als in der Bib und akut frustriert war. Jetzt, im intensiven Selbststudium, zeigt sich mal wieder, dass man an jeder Uni was lernen kann - man darf sich halt nicht immer auf die Profs verlassen, sondern muss sich den eigenen Hintern plattsitzen…
Wie sollen wir nur alle aktuellen Baustellen unter einen Hut bringen…?
Baustelle #1: Das neue Haus
Diese Woche haben wir ja endlich den Mietvertrag unterschrieben - und puh, was tut das gut. Denn während wir die letzten Monate schon fleißig am Renovieren waren, hunderte Euros ausgegeben und unsere alten Wohnungen gekündigt haben, hatten wir bisher noch keine abschließende Sicherheit: alles lief aus Zeitgründen erstmal auf Vertrauensbasis mit dem Vermieter - was ziemlich spannend und manchmal anstrengend war. Aber: Davon vielleicht später mehr. Für jetzt ist er ja unterschrieben, der Mietvertrag. Den Einzugstermin haben wir auch um einen Monat nach hinten verschoben, damit uns ein bisschen Zeit bleibt - es muss ja noch so einiges getan werden.
Baustelle #2: Uni
“Die Klausurphase hat wieder begonnen. Das heißt Lernen von 9 bis 9.”
Schonmal gehört? Tja, alle Jahre wieder: hier. Im Moment ist’s zum Glück noch nicht ganz so schlimm. So richtig hart kommt’s dann Ende Februar/Anfang März.
Baustelle #3: Sich neu einrichten
Und das alles mit “Papas” Kreditkarte… Denn: Just ein paar Wochen, bevor wir ins neue Haus einziehen und massig Einrichtungsgegenstände für die bisher leeren Gemeinschaftsräume brauchen, zieht das Gericht in Wiesbaden um und schmeißt endlos viel hochwertiges Mobiliar raus. Hehe, was für ein Timing. Gott scheint ziemlich langfristig zu planen ;-) Ach ja: Wer ganz genau hinschaut, kann Oli & Joe erkennen, die am Rosinenpicken sind, kurz bevor wir mit einem LKW ankommen und 8 Schränke, 7 Schubladenwägen, 6 Schreibtische und einiges anderes einladen. Anmerkung für solche, die sich angesprochen fühlen: Die Zahlen sind Näherungswerte und beinhalten u.U. 10% Dramaturgie-Zuschlag ;-)
Aufgrund all dieser Baustellen kann es gegebenenfalls zu Verzögerungen im Blog-Verkehr kommen…
Zum Abschluss noch ein Bild vom Baustellen-Shooting:
Wie ham’ wir das wohl gemacht?
Warum sollte man etwas anders ausdrücken,
wenn man die passenden Worte bereits gefunden hat: Freeeeiheeeiiit!
Genau diese werd ich jetzt erstmal genießen. Wer noch ein bisschen mehr stöbern will: ich find heute die “Beiträge vor 1 Jahr” vom 14.08.08. auch interessant! Die findet ihr übrigens immer oben links.
Hehe, war gerade mal wieder auf diesem Uni-Klo zu Gast:
Ich muss jedes Mal lachen… Wie meine werte Dame bereits berichtete, verdichtet sich der Lernaufwand momentan. Und weil wir dann zum Ausgleich abends dann unbedingt schöne Dinge fernab von Computern machen müssen (oder lästige Pflichten erledigen), schrumpft die Zeit zum Schreiben dahin.
Damit hier auf dem Blog aber auch in den nächsten Wochen noch was geht, fasse ich einen schnellen Entschluss: Bevor ich gar nicht blogge, blogge ich lieber kurz. Dann werden eben kleine, feine Blogeinträge gemacht. Ein paar Worte hier, ein kleines Bild da, ein netter Link - ja, so wird’s gemacht.
Ist ja der Hammer: da sitz ich hier nichtsahnend in der Bib und studiere meine 25-seitige Marketingpolitik-Zusammenfassung, lasse meinen unbescholltenen Blick über den Tisch des Nachbarn schweifen und denke: “Wow, der hat das ja echt sehr ähnlich zusammengefasst wie ich.” Ein zweiter Blick, ein zweiter Gedanke: “Was? Der hat das ja genauso zusammengefasst wie ich.” Dann wurde mir klar: der hat das gar nicht zusammengefasst:
Original und Plagiat - direkt nebeneinander. Ich hab das pdf eigentlich nur an zwei Freunde geschickt. Aber mein Tischnachbar kannte keinen von den. Sein Freund hatte die Zusammenfassung von einem Freund bekommen und ihm kopiert…
Die Klausurenzeit hat wieder begonnen. Das heißt Lernen von 9 bis 9.
Zwischendrin brauche ich dringend laue Sommerabende. Wer noch einen hat, bitte bei mir melden! Außerdem ist mir heute aufgefallen, dass uns nur noch drei Wochen in good old germany bleiben, wenn ich meine letzte Klausur Anfang August hinter mir hab´. Auweia, da bekomme ich Sentimentalitätsanflüge…
eigentlich sollte man allen Friseuren, die sich "Modefriseur" nennen, die Worte "aus der" vor den Namen setzen // freelancers in NY are serious about calling their favorite coffee shop 'office' and the customer next to them 'co-worker' // even German candies taste different in the States, Nutella for example is made of skim milk and tastes like crap // gumboots are the latest thing in NYC fashion, the hippest model goes for $120 and girls are crazy about them // Las Vegas is like Times Square, just as big as a city and a little more crazy // since 9/11 there are regular announcements in the subway to always stay alert - that feels strange // winter in NYC is extremely cold and temperatures change within a day from -10°C to 10°C // people usually don't have washing mashines here so laundromats are all over the place // alcoholic beverages are insanely expensive here - a beer is between 5 and 8 Dollars at least // Valentine's day isn't only for your valentine in the States, people write cards to anyone they like // some do, but most people don't move to NYC for lifestyle reasons but for job-opportunities, i.e. in the creative area // German milk cartons are too small, one gallon of milk is perfectly right // Americans don't use many signs to offer directions, they prefer getting lost every once in a while // many standards in Germany are very high // one in a thousand examples is the public winterservice that makes pedestrian walks accessible very fast // another example is the cleaness of public places, restrooms and official buildings // Americans still use checks for most regular payings like rent, insurance etc // the food over here makes my skin worse // even Americans as a nation have self-doubts // living abroad helps you getting to know your own country // many stereotypes about Germans are mostly true: in comparison we´re perfectionists, over-organized and good engineers // public bathrooms in Germany are in a very good shape // commuters in NYC´s subways and busses are as silent as those in Germany // there are no seperate bathrooms for women and men in the States // American toilets are always full of water which has some serios disadvantages // the service in German restaurants is very good // there´s always the sound of police sirens in NYC // Brooklyn is the real New York // black guys love singing in the subway // NYC is very european // grocery shopping is twice as expensive as in Germany // electricity isn´t that stable here // Americans make no secret out of their political preference // in many neighborhoods of NYC white people are the absolut minority // over here rich poeple are richer and poor people are poorer // things are more extrem in the States // Americans use the horns of their cars pretty often // it´s hard to find a McCain supporter in NY // New Yorkers have way more electronic devices and gadgets than Germans do // subways drive 24 hours a day // we´re definately spending too much money in cafés // there are definitaly too many nice cafés in NY // they always serve free iced-water in restaurants and bars // many Americans don´t have health insurance // there´s no smog in Manhatten because of the rivers around the city //
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