Tag Archive for 'New York'
Wir sind da. Und ich weiß noch gar nicht, was ich sagen soll… Irgendwie überwältigend.
Um 01:30 Uhr der alten Zeit sind wir am John F. Kennedy Airport gelandet und wurden hundemüde aber mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über der fernen Skyline von Manhatten willkommen geheißen.
Zuerst ist es gefühlsmäßig ziemlich an mir vorüber gegangen, dass ich meinen Fuß gerade das erste mal auf amerikanischen Boden setze. Aber spätestens wenn dich selbst die Sicherheitsbeamten fragen “Hi, how are you?”, weißt du, dass du wirklich in den Staaten bist. Anstatt eines ernsten Gesprächs mit dem Border Protection Guard gab´s dann ein paar Scherze mit Steward und ich kann jetzt schon sagen, dass ich mich ganz besonders auf zwei Dinge freue: die Offenheit der Amis, neue Leute kennenzulernen und den Optimismus, von diesen erstmal das Beste zu erwarten.
Anschließend wurden wir von Ashley abgeholt, einer alten DTS-Freundin von Bini. Sie hat mit uns erstmal eine Rundfahrt durch Brooklyn gemacht und bei ihr bleiben wir jetzt auch ein paar Tage, bis wir unsere Wohnung gefunden haben. So sieht übrigens unser Haus aus:
Um eine Wohnung zu finden, haben wir uns heute morgen in der Upper East Side mit Tricia & Alex getroffen. Die beiden haben wir bei der Wohnungssuche kennengelernt und entschlossen, ein gemeinsames Appartment zu suchen. Es war auch wirklich ein netter Tag mit den beiden und es wäre sehr cool, wenn es mit der WG klappen würde. Leider ist der Enthusiasmus des ersten Tages in New York etwas eingeschränkt, weil´s die Bini gesundheitlich ziemlich erwischt hat. Aber: wir sind ja nicht auf den ersten Tag angewiesen - zum Glück haben wir genug davon.
Zum Abschluss aber nochmal zurück nach Deutschland: Viiielen Dank an alle, die zum Flughafen gekommen sind, um uns zu verabschieden oder das schon vorher getan haben. Wir mussten vielen prächtigen Menschen “Tschüss” sagen und haben schon am ersten Tag gemerkt, was und wen wir alles vermissen werden. Ihr seid wunderbare Freunde und eine wunderbare Familie und wir freuen uns darauf, unser Leben wieder offline miteinander zu teilen.
So, jetzt werden wir erstmal nach Manhatten fahren und unseren dritten Hochzeitstag feiern. Der ist nämlich heute.
Diese Woche beobachte ich eine unerklärliche Häufung letzter Male. So zum Beispiel das letzte Mahl im Sherry & Port - unserem verlängerten Wohnimmer:
Das letzte Mal tanken, das letzte Mal Uni, letzter Hauskreis, letztes Treffen mit Verwandten und jetzt also das letzte Mal Tappas im Sherry & Port. Dich, liebes Sherry, wird so schnell niemand ersetzen, selbst in New York nicht… Es gibt tatsächlich vieles, was ich an der Heimat sehr vermissen werde. Aber ehrlich gesagt ist es immernoch die richtige Zeit zu gehen. Und es gibt ebenso viel, worauf ich mich freue:
Das erste Mal den Fuß auf einen anderen Kontinent setzen, das erste Mal yellow cab, erster Great Papaya Hotdog, erster Einkauf im apple store und das erste Mal den Schlüssel in die eigene Wohnungstür in New York stecken. Hmmm.
Á propos Wohnungstür: am Wochenende werden wir noch eine Wohnungsanzeige schalten und wenn wir am Montag die Anwortmails darauf bekommen, werden wir sagen können: “Übermorgen kommen wir vorbei und schauen uns die Wohnung an.” Krass.
Was für ein Moment, wenn man den Umschlag aus dem Briefkasten fischt, auf den man so lange gehofft hat: Gestern sind unsere Visa angekommen - endlich, gültig, endgültig.
Oh wie gut. Da ist soviel Herzblut reingeflossen und wir haben bis zur letzten Sekunde gehofft, denn vom Visum hing ab, ob wir länger als 3 Monate in New York bleiben können oder nicht. Und wir können!
Was machen wir eigentlich in New York?
Schreiben. Prinzipiell gehen wir ja mit einem Journalisten-Visum in die Staaten. Und wie sich das für Journalisten gehört, schreiben wir. Für die STUZ z.B. über die Präsidentschaftswahl. Daneben gibt´s noch ein paar eher trockene Jobs zum Geldverdienen. Wir haben auch noch eine Bewerbung bei einem seeehr tollen Magazin draußen und suchen nach weiteren Projekten - wer eine gute Idee hat oder einen guten Kontakt: her damit.
Arbeiten. 1-2 Tage die Woche werden wir auch weiterhin für kleine Marketing-Agentur arbeiten - ab jetzt eben aus einer der knapp 200 Starbucks-Filialen in Manhatten.
Ideen umsetzen. Die beste Idee bringt nur etwas, wenn man sie auch umsetzt. Deshalb werden wir ein bisschen Zeit in Ideen stecken, die irgendwann mal irgendwo aufgekommen sind.
herzrasen. Binis Nähmaschine müssen wir zwar hier lassen, aber sowas soll´s ja auch in NY geben. Und da sie dann endlich mal Zeit hat, sich von der Muße küssen zu lassen, bin ich gespannt was dabei alles rauskommt.
Musik. Die Gitarre kommt mit, soviel steht fest. Nachdem ich lange nicht mehr richtig dazu gekommen bin, werde ich mir viel Zeit nehmen, im Central Park neue Lieder zu schreiben und alte endlich fertig zu stellen.
Zeit haben. New York erleben.
Wir haben lange überlegt, was wir in NY machen möchten: Praktikum, Arbeiten, Studieren - es gibt eine Menge ambitionierter Versionen, bei denen man zwar etwas im Lebenslauf vorweisen kann, aber am Ende wegen 60-Stunden-Wochen nichts von NY erlebt hat (meine Meinung dazu habe ich schonmal beschrieben). Ende 2008 saßen wir dann beim Brunchen mit Johannes, als er ganz nebenbei meinte, wir könnten doch auch für ein Magazin schreiben. In dieser Sekunde hatte es uns erwischt!
Wie geil wäre das denn: in einer der faszinierendsten Städt der Welt leben und richtig tief eintauchen - nicht nur schnell nach Feierabend, sondern als Teil des Jobs - traumhauf. Aber leider unrealistisch. Wie sollen wir das finanzieren? Wie an die Aufenthaltsgenehmigung kommen? Für wen schreiben? Aber ehrlich gesagt sind Zweifel nicht so mein Ding. Dafür hat Gott zu viele Möglichkeiten. Deshalb haben wir alles auf eine Karte gesetzt (zugegebenermaßen mit Höhen und Tiefen), bis sich diesen Mittwoch alles entscheiden sollte: Visa-Interview im Generalkonsulat der USA in Frankfurt. Dieses Gespräch sollte darüber entscheiden, ob wir unseren NY-Traum verwirklichen können oder uns mit der abgespeckten 3-Monats-Version begnügen müssen, weil wir kein Visum bekommen. Deshalb haben wir die letzten Monate auf diesen Tag hingearbeitet. Und es hat sich gezeigt:
Die Einreisebestimmung kennen ist eine Sache. Die Einreisebestimmung haben eine andere ;-) Und wenn man sie hat, dann lässt der Absender sich nicht lumpen: WIR HABEN DAS VISUM. Nicht irgendeins, nicht nur für 6 Monate: ein Journalisten-Visum für ganze fünf Jahre!!! Unglaublich. Ich weiß, darüber kann man sich vortrefflich streiten: aber ich glaube fest, dass sich da jemand für uns eingesetzt hat, deshalb kann ich nur sagen: krass Gott.
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Die Klausurenzeit hat wieder begonnen. Das heißt Lernen von 9 bis 9.
Zwischendrin brauche ich dringend laue Sommerabende. Wer noch einen hat, bitte bei mir melden! Außerdem ist mir heute aufgefallen, dass uns nur noch drei Wochen in good old germany bleiben, wenn ich meine letzte Klausur Anfang August hinter mir hab´. Auweia, da bekomme ich Sentimentalitätsanflüge…
Diese Woche hat uns ein kleines, feines Päckchen erreicht - mit nur wenigen Worten, die alles Nötige gesagt haben:
“Als kleine Reisevorbereitung…
…oder Reiseliteratur
…oder Reisekopfkissen”
Dem großzügigen Spender - der zwar euch, aber nicht uns unbekannt ist, sagen wir:
“1000 Dank! Da hat sich der Blog ja schon gelohnt: sonst hätten wir uns so schnell nicht wiedergefunden.”
Für den Moment sind wir aber noch ganz froh, im wunderbaren Deutschland zu sein. In New York ist´s momentan eher ungemütlich.
Ich bin übrigens noch ganz sprachlos, durfte ich doch heute tatsächlich Binis höchsteigene Nähmaschine benutzen, um das Gastgeschenk für die Party von Binis Kollegen einzupacken, auf die wir jetzt gleich gehen.
Das nenn´ich vollendetes Kunsthandwerk. An mir ist ein waschechter Künstler verloren gegangen…
der Domi
Mein Equipment für die Vorbereitung auf den Abflug im August:
Ein fünfteiliges DVD-Set über Geschichte & Gegenwart von New York, ein Lifestyle-Führer und ein Moleskine aus der NY-Edition. DANKE an die großzügigen Spender! Hat noch jemand eine gute Idee, wie wir uns auf New York einstimmen können?
Es ist nämlich wirklich spannend, sich über NY zu informieren und dabei die Vorfreude steigen zu lassen… Zum Aufwärmen schaue ich mir heute Nacht natürlich den Superbowl an, in dem die New York Giants antreten.
NACHTRAG:
Es ist jetzt 05:05 Uhr an einem Werktag. Aber: Die New York Giants haben den Superbowl gewonnen!
Ich hab echt wenig Ahnung von Football, aber eins weiß ich sicher: das war ein packendes Spiel, bis zur letzten Sekunde. In New York ist jetzt was los…
der hundemüde Domi
Die Entscheidung ist gefallen: Wir gehen nach New York City! Für Einige dürfte es gar nichts Neues mehr sein, aber was vorher nur ein großer Wunsch war, ist jetzt entschiedene Sache. Zwischen den Jahren hatte ich als “Herr des Hauses” die Ehre, die endgültige Entscheidung zu treffen - und das hab ich getan: ab Mitte/Ende August wollen wir für mindestens 9 Monate nach New York ziehen. Und der Blog wird den Weg dahin, dabei und darüberhinaus begleiten.
Sicher: Wir haben tolle Familien, ein super Umfeld und eine gute Gemeinde - ein sehr lebenswertes Leben und eigentlich könnte alles so bleiben, wie es ist. Aber irgendetwas bringt dazu, das alles eine Zeit lang stehen und liegen zu lassen. Uns wird´s zu eng in Wiesbaden.
Was ich suche? Inspiration. Einen breiteren Horizont. Und das wird New York allemal bieten. Die Stadt ist voll von Extremen - sicher auch im Negativen. Aber ich freue mich drauf, die unterschiedlichsten Typen, Lebenskonzepte & Stile zu sehen, die nirgends so konsequent gelebt werden wie in NYC.
Ich will herausgefordert werden, mich identifizieren & abgrenzen, Neues erleben, groß denken, Etwas wagen, die Welt sehen, mich durchschlagen, in Dollar bezahlen, Patriotismus erleben, günstig shoppen, im Blue Note ein Jazzkonzert hören, ein Coffee to go mit einem Donut kaufen, einmal quer durch Manhatten laufen - vom Hudson bis zum East River, im Central Park joggen gehen und das weiße Haus sehen… (Scherz)
Ich will nicht Auf meinem angewärmten Sessel sitzen, immer im Umkreis von 20km um meine Heimatstadt gewohnt haben, 1000 Gottesdienste aber nur 10 Gemeinden gesehen haben, ein kleines nettes Leben führen, Schule-Studium-Beruf-Familie-Tod, nie aus Europa rausgekommen sein, mich von Zweifeln aufhalten lassen und ein ausgeglichenes Leben führen.Das alles ist nicht unbedingt schlecht und für manche sind es auch legitime Ziele. Aber für mich im Moment einfach nicht dran. Wie sieht´s mit dir aus? Was gilt für dich?













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