Ich bin gerade dabei meinen Lebenslauf & Co. ins Englische zu übersetzen - man muss sich ja ordentlich bewerben können. Und dabei fällt mir auf, wie oft man Sätze wie “das macht sich später super im Lebenslauf” und ähnliches hört. Es grenzt schon fast an Manie, wie viele halbwegs ambitionierte Studenten nur aus der einen Perspektive über mögliche Praktika, Auslandssemester und Nebenjobs entscheiden: “Was sieht später in der Bewerbung gut aus?” Aktives CV-Tuning eben.
Leute, die Sache läuft so: der CV orientiert sich am wahren Leben, nicht andersrum. Sich an den möglichen Idealvorstellungen irgendeines imaginären Personalmenschen langzuhangeln, hat genau einen Effekte: er bringt einen um das selbstbestimmte Leben. Natürlich, Personaler spannen grobe Kategorien auf: Auslandserfahrung heißt, man ist flexibel und kann sich auf Neues einlassen. Aber - und das ist wichtig: Eigenschaften, die man wirklich hat, zeigen sich auch im restlichen Leben, zumindest aber im Vorstellungsgespräch. Eigenschaften, die man nur vorgibt zu haben, werden spätestens dann zur Plage, wenn man den Job bekommt, für den man sie gebraucht hätte.
Und zu guter Letzt: was immer noch am meisten gesucht wird, sind Leute mit Profil - und zwar dem eigenen.
In welchem Briefkasten mein Lebenslauf vielleicht später mal landet, haben Bini und ich am Wochenende herausgefunden: Auch in Wiesbaden werden goldene Nägel geboren - und zwar in diesen Räumen:
Man waren wir platt: da ist die Bini ein halbes Jahr Tag für Tag nach Frankfurt gefahren, weil sie in einer Werbeagentur arbeiten wollte und dann das: Scholz und Volkmer. Eine Agentur voll mit jungen Leuten, die richtig gutes Zeug machen. Und dabei auch noch soooo geile Räume haben. Doch damit nicht genug: im Rahmen der Access All Areas-Tage haben so einige Wiesbadener Agenturen ihre Türen geöffnet (Aufmerksame haben festgestellt, dass sich das mysteriöse AAA des letzten Posts aufgelöst hat). Wiesbaden: reich, schön - und jetzt auch noch kreativ?
Edit: wer sich nicht so auskennt im Werbeslang: ein goldener Nagel ist die höchste Auszeichnung vom Art Directors Club und gelinde gesagt ‘ne gute Sache. Menschen arbeiten, leben und sterben dafür. Wie ihr sehen könnt, kann man “DIE Goldidee” auch sehr entspannt bekommen -nämlich im Chill-Bereich unterm Dach bei S&V. Die haben aber auch ganz normale Büros, die übrigens noch viel geiler aussehen. Leider haben wir das Bildermachen verpasst, vor lauter Bauglötze staunen…
Zugehörige Beiträge:
Montagsvideo #67 Access All Areas
Wiesbadener Kreativagenturen
von ‘von’ zu ‘zu’ neuen Arbeitgebern
Montagsvideo #132 Building Co-Working Spaces
Montagsvideo #116 wollige Wärme
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