Ich habe mich immer gefragt, warum Gott zu lässt, dass jemand so tolles wie meine Freundin Beth, so einen Scheiß wie Zöliakie bekommt -eine Krankheit, bei der Gluten (ist in Weizen) furchtbar schlimme Bauchschmerzen verursacht, weswegen man eine krasse Diät halten muss. Als ich sie letztes Jahr besucht habe, hatte sie (durch Zöliakie) Allergien gegen: Mehl, Milch, Soja, Knoblauch, Honig, Nüsse. Hm, was durfte sie also essen? Blanken Reis. Karotten. Das war’s so ziemlich.
Und heute hat sie mir erzählt, dass sie sich nach der Uni selbstständig machen will -als Ernährungsberaterin für Zöliakie-Patienten. Sie will mit allem dem Insiderwissen, dass sie gesammelt hat anderen dabei helfen, mit den Einschränkungen zurecht zu kommen und trotzdem ein leckeres Leben zu haben. Und das finde ich soooo geil. Weil es supergut zu ihr passt und weil sie in der Lage sein wird, wirklich aufgeschmissenen Menschen zu helfen (meine Welt würde untergehen ohne Pfannkuchen und ordentliches Butterbrot). Und ich finde es einfach unglaublich, wie Gott aus so einer beknackten gesundheitlichen Situation so viel Gutes machen kann. Für sie ist es der Job, den sie schon immer machen wollte -und es wird vielen Menschen so viel mehr Lebensqualität bringen…
Beim Stichwort Lebensqualität muss ich an meine Mama denken, der gerade etwas ähnliches passiert. Sie hat nach einem Unfall eine längere Krankengeschichte hinter sich, mit dem Ergebnis, dass sie dauerhaft Schmerzen hat. Jetzt hat sie ein Mediakment, das sehr gut wirkt und anscheinend ziemlich neu ist. Ihr Arzt hat sie deshalb gebeten, sich in Berlin auf einem Kongeress darüber interviewen zu lassen (was sie unglaublich viel Überwindung gekostet, aber ihr auch ein nettes Berlin-Wochenende eingebracht hat). Das Interview war ein voller Erfolg und viele Leute haben sich hinterher bei ihr bedankt, wie ermutigend es war ihren positiven Bericht zu hören -und das dieser Bericht dazu beiträgt, dass vielen anderen Menschen mit dem Medikament geholfen werden kann. Ja und jetzt soll sie noch ein Interview machen. Diesmal auf einer Insel im Süden -und da darf sie dann eine Woche kostenlos Urlaub machen…
Und da bleibt mir nix übrig, als zu sagen: Gott, du bist so cool.
Auch wenn ich nie verstanden habe, warum meine Mama diese blöden Unfall und die blöden Schmerzen haben muss oder warum die Beth so einen Einschnitt in den Speiseplan und monatelange Bauchschmerzen haben musste, es ist soooo geil zu sehen, wie Gott auch aus etwas Schlechtem etwas Gutes macht. Und nicht nur für die beiden selbst (denn meine Mama wird den Inselurlaub sicher genießen ohne Ende ;)), sondern auch, weil sie so vielen Menschen damit helfen können.
Das ist sehr geil. Hier meine beiden Heldinnen des Tages. Wobei der eigentliche Held ein anderer ist…

Eine umgehaune Bini
P.S: Die Allergien von der Beth sind inzwischen besser geworden und sie darf (außer Gluten) wieder alles essen. Adieu, Karottenreis! ;)
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