Archive for Januar 29th, 2010

25 Dinge…

*nicht*so*minimalistisches*Selbstportrait*
…die ich mit 25 gelernt, erlebt, genossen und erfahren habe oder sonstwie bemerkenswert fand.

1. in NY leben. Kann ich nur empfehlen. :)
2. man kann auch bei Schnee und Eis joggen gehn (und das sieht dann auch noch lustig aus, weil man so vorsichtig laufen muss)
3. bei American Eagel Jeans zu kaufen ist das Einkaufserlebnis schlechthin: reingehn, anprobiern, passt (what?!?), zur Kasse gehn, von der 18-jährigen Verkäuferin “Honey” genannt werden (what?!?), zahlen, gehn. Perfekt.
4. in NY kann man furchtbar viel Geld für Kaffee ausgeben. Sollte man auch.
5. die Nikon D90 macht wirklich sehr schöne Bilder. Besonders von Hochzeiten. Besonders in Norwegen.
6. nach 1,5 Jahren Pause ist der Wiedereinstieg in die Uni leichter als gedacht.
7. Wenn man ein Seminar zu SPSS (einem Statistik-Programm) besucht, kann es sein, dass man nach wenigen Monaten wieder da ist, wo man vorher war. Völlig ohne Ahnung und fernab aller statistischer Hoffnung.
8. Sommer ist schön. Sommer mit Balkon ist noch schöner. (auch wenn er nur von Joe und Christiane geliehen ist)
9. Man sollte mehr Eiskugeln in der Waffel kaufen, die farblich optimal aufeinander abgestimmt sind. Denn das Auge isst mit furchbar gerne Eis.
10. Wenn die eigene Großmutter 90 wird, wird das Foto auf dem sie drei ist, das an der Küchenwand hängt 87 Jahre alt.
11. Man sollte mehr Bilder in seine Küche hängen. (auch Bilder, die weniger als 87 Jahre alt sind.) 
12. Manch ein deutsches Sprichwort ist irreführend: eine Schwalbe macht sehr wohl den Sommer.
13. es gibt Leute in unserem Freundeskreis, die sind am einen Tag arbeits-und wohnungslos und unterschreiben am nächsten Tag Verträge für beides. Und ziehen zwei Wochen später in unser Haus ein.
14. Wenn man dann mit solchen Leuten im Haus lebt, hat man einen Mordsspaß. Und is(s)t nie mehr allein ;) (neinnein, lieber Abi, es ist alles genau im richtigen Maße! Kommst du nachher runter?)
15. blöde Texte, die man für die Uni lesen muss, liest man am besten auf einer 6-stündigen Autofahrt. Da gibt’s kein entkommen.
16. wenn man ein Haus mit Freunden anschaut und am selben Tag entscheidet, dass man unter diesen Bedingungen ablehnt, hat man die Rechnung ohne Gott gemacht. Der ändert einfach die Bedingungen. Und nur 6 Monate später zieht man ein.
17. Diese 6 Monate haben’s allerdings in sich. Wann sonst bekommt man die Gelegenheit so viel Staub auf zu wirbeln, so viel zu gestalten, so viel zu schuften, so viel Muskelkater und Hilfe von Freunden zu bekommen. (und so viel Chili von Mama&Papa)
18. der Samstagsmarkt hat einiges zu bieten. Neben geilsten Obst, Gemüse und schöönen Blumen vor allem herrliches, sonniges Samstags-Schlender-Gefühl. Hm.
19. im Main schwimmen ist eigentlich ganz lustig. (besonders, wenn einem die Omis dann erzählen, dass man da früher mit schwarzem Hals rausgekommen ist..)
20. der Lieblingsneffe mag besonders dann gerne auf meinem Schoß sitzen, wenn ich Schokoladenkuchen in meiner Gewalt habe. (hehe).
21. Wiesbaden ist tatsächlich schöner, wenn eine Schwester Südamerika verlassen hat und endlich wieder hier wohnt.
22. kreative Projekte sind herrlich mit Freunden im eigenen Land. Und auch mit Freunden am anderen Ende der Welt.
23. wenn man einen Etsy-Shop aufmacht ist das schön. Wenn man ihn wieder zu macht, weil nichts Neues produziert wird, ist das traurig.
24. wenn der beste Mann der Welt nebenan Geburstagsgeschenke für mich einpackt, versucht er das Gekruschpel mich lautstarkem Gesinge zu verdecken. Hihi.. Oh, wie gern ich mit ihm zusammen lebe. 
25. einen eigenen Kalender für 2010 zu machen, war das bisher größte, anstrengeste, zeitaufwendigste Projekt, das ich für Herzrasen gemacht habe. Und das Projekt, das mich am meisten von allen begeistert, erfreut und bewegt hat. Und mich fast das ganz neue Lebensjahr begleitet.

Und oben, wie immer, mein Lieblingsfoto aus der Zeit, als ich 25 war. Hach ja. Schön war’s, das Jahr. Schnell und tief bewegend. Voller Zweifel, voller Hoffnung, voller Ideen, voller neuer Träume und dem wahr werden ganz alter Träume. Voller weltbester Freunde, voller Herausforderungen und voller Segen von Gott.
Ich bin zutiefst dankbar und kann kaum erwarten, was das nächste Lebensjahr mit sich bringt.

eine 25jährige Bini

Nach Harvard hier lang - die Zweite

Ich bin frustriert. Frustriert von meiner Uni. Ich hab’ lange probiert, offen zu sein, das Gute zu sehen, mich eines Besseren belehren zu lassen. Aber ich muss zu dem Schluss kommen: Ich bin frustriert. Frustriert von der staubtrockenen Lehre, dem stupiden Auswendiglernen, dem Versacken in Konventionen, der Visionslosigkeit und dem verschwindend kleinen Horizont.
Ich will an einer guten Uni studieren! Harvard, Columbia, Oxford - egal, mir geht’s nicht um große Namen, mir geht’s um große Lehre. Und die habe ich in meinem Studium bisher nur selten gefunden. Und das sage ich nicht, weil meckern so einfach ist oder Kritik an deutschen Hochschulen gerade ach so zeitgemäß. Sondern ich sage es, weil ich bessere Beispiele kenne, weil ich exzellente Lehre kenne. Lehre, die nicht durch die vielbeschworenen Sponsorenmillionen glänzt, sondern durch ihre Professoren. Professoren, die leidenschaftlich sind, wissbegierig, konventionslos. Professoren, die wissen, dass die Studenten vor ihnen zu den Menschen gehören, die später die Geschicke des Landes beeinflussen, indem sie Unternehmen führen, Medien prägen, Politik machen - und auf diese Weise das Potential haben, die Welt zu verändern. Ich vermisse Professoren, die dieses Potential sehen. Sehen, schätzen und nutzen. Professoren, die ihren Studenten nicht beibringen, was sie zu denken & zu wissen haben, sondern wie sie zu denken haben, wenn sie sich eine eigene Meinung bilden möchten. Professoren, die lehren, wie sich Studenten mit sich selbst und der Welt um sie herum auseinandersetzen, warum das, was sie da lernen, bedeutend ist und wie es ihnen praktisch hilft, gute Entscheidungen zu treffen.
Allen, die mal einen Hauch davon abbekommen möchten, wie erhebende Lehre aussehen kann, empfehle ich stark sich mal die öffentlich zugänglichen Online-Angebote von Prestige-Unis anzusehen: Ich konnte mich schon des öfteren nicht losreisen vom Bildschirm. Als Appettizer hier ein kleines Häppchen aus Harvard:

Hier eine lose Sammlung von Links zu den Schätzen der Bildungswelt:
Academic Earth - Video lectures from leading Universities
Open Culture - Free educational and cultural media
Online-Angebote der Elite-Unis - Linksammlung von Open Culture
Free Online Classes - eine Sammlung von Open Culture
Youtube’s top ten - eine Hitlist von Open Culture
MIT - und als Podcasts
Princeton - und als Podcasts
Oxford - als Podcast

Post Scriptum: Diesen Post habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, als ich noch mehr Zeit im Hörsaal verbracht habe als in der Bib und akut frustriert war. Jetzt, im intensiven Selbststudium, zeigt sich mal wieder, dass man an jeder Uni was lernen kann - man darf sich halt nicht immer auf die Profs verlassen, sondern muss sich den eigenen Hintern plattsitzen…