eine Mail an die Heimat

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich eine Mail an einige Freunde in Deutschland geschrieben, weil Bini und ich uns so darauf freuen, bald wieder nah an unseren Freunden und Familien zu leben. Hier ein paar Auszüge davon, um unsere Vorfreude zu teilen:

*Dreh*

Hallo Freunde,
es hat sich was gar Feines zugetragen in amerikanischen Landen, wovon ich euch gerne erzählen möchte:
Vor gar nicht allzu langer Zeit ist unsere liebe Freundin Ashley in ein neues zu Hause gezogen. Ein kleines, nettes Zimmerchen, hübsch, warm und - vor allem - so gar nicht unweit von unserer bescheidenen Bleibe. Dort wohnt sie nun, gemeinsam mit einem anderen Freund von uns und ist froh. Tagein, tagaus. Warum? Aus demselben Grund, aus dem auch wir froh sind. Tagein, tagaus. Weil eine kleine, unscheinbare Sache, ganz ungeahnt große Folgen hat - und noch dazu ganz ungeahnt schöne Folgen: das “nah an Freunden wohnen”.
Es ist die reinste Freude. Mal eben auf einen Latte vorbeikommen, kurz vor der Arbeit, auf dem Rückweg oder einfach so zwischendurch. Wenn’s schneit schnell rüberrennen für eine spontane Schneeballschlacht, bevor der Schnee wieder weggeschmolzen ist. Und weil man weiß, das bei den Freunden das Wohnzimmerfenster immer einen Spalt weit offensteht und man dadurch ganz famos einen kleinen Schneeball mitten ins Wohnzimmer feuern kann. Den Video abends einfach nicht bloß zu zweit gucken, eben nicht allein einkaufen gehen, sondern zu zweit, dritt, viert… Wenn man keine Lust hat auf Kochen einfach spontan beim anderen mitessen. Sich zufällig im nächstgelegenen Café treffen. Auf dem Heimweg vom Bäcker samstags einfach ein paar Brötchen mehr kaufen und vor die Tür der Freunde legen. Es ist herrlich, so an Freunden zu wohnen. Doch so schön es hier gerade gerade auch sein mag, noch schöner ist für mich eine andere Vorstellung: das alles und mehr bald zu Hause zu machen, da wo ich hingehöre: bei meinen Freunden in Deutschland.
Als Bini und ich anfang des letzten Jahres entschieden haben, nach NY zu ziehen, haben wir uns in Wiesbaden oft ein wenig einsam gefühlt. Nicht, dass wir wirklich einsam gewesen wären: wir kennen ja im ganzen Umkreis nette Menschen. Aber es kam so oft vor, dass wir spontan Lust auf Freunde hatten. Zum Frühstück, mitten am Tag und noch häufiger abends. Und beim Überlegen, wer jetzt in Frage käme, [...] blieb irgendwie oft niemand übrig. Da war’n Domi und Bini manchmal etwas traurig…
Dann sind sie ganz weit weggezogen. In eine andere Stadt, in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent und haben dort ganz viele nette Leute kennengelernt. Die Stadt war neu. Die Gemeinde auch. Neu, toll und aufregend. Und doch haben sie ganz schnell gemerkt, wo sie eigentlich hingehören: zu den Freunden in der Heimat. Mit diesem Wissen im Gepäck trudelten dann nach und nach Neuigkeiten ein, die ihre Herzen hüpfen lassen: [... Ein paar ganz tolle Menschen sollten in ihre Nähe nach Wiesbaden ziehen.]
Das neue Leben hier in NY ist zwar schön - und wir haben auch ein wenig Platzangst ob des nahenden Rückreisetermins. Doch je näher dieser kommt, desto mehr spüren wir auch: wir freuen uns auf unsere Freunde und Familie. Sehr. Sehr. Sehr. Und darauf, dass wir wieder näher zusammen leben. Auf dem selben Kontinent, im selben Land und vielleicht sogar in derselben Stadt. Herrlich und wunderbar.

2 Responses to “eine Mail an die Heimat”


  1. 1 Sandra

    Also..ich freu mich ja auch auf eure baldige Heimkehr. Aber bei Schneebällen im Wohnzimmer hört der Spaß echt auf.
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    Ich hab nämlich garkein Wohnzimmer.
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    Doch hier naht der Frühling, daher kann ich euch gefahrlos einladen hier auch mal vorbei zu schauen. In MAINZ, jippie!

  2. 2 Domi

    Der Frühling naht? Umso besser - da kann ich auf den Schnee auch verzichten. Aber ein Wohnzimmer könntest du dir schon noch zulegen bis dahin.

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