Letzte Woche bin einmal quer durch die Vereinigten Staaten geflogen. Von oben rechts nach unten links, oder - wie andere sagen würden - vom Nordosten in den Südwesten. In Las Vegas, mitten in der Wüste von Nevada, haben Oli & Sophia auf mich gewartet, zwei Freunde von uns, die auf einer Fotomesse dort ausgestellt haben:
Für mich eine gute Gelegenheit, Freunde in der Umsetzung ihrer (Geschäfts-)Idee zu unterstützen und gleichzeitig Las Vegas kennen zu lernen. Immerhin kennt man die Stadt aus unzähligen Filmen, Fotos und Legenden.
Dort angekommen, musste ich erstmal eine halbe Stunde durchgehend grinsen: die Stadt ist verrückt. Ein einziges, buntes Blingbling, offensichtlich entworfen von exzentrischen Architekten und gebaut von infantilen Milliardären. Aber nach kurzer Zeit merkt man, dass die Menschen vor den Spielautomaten noch nichtmal glücklich sind, während sie ihr Geld loswerden und dass die ganze Show künstlich und oberflächlich ist. Das Fazit meines ersten Besuches in ‘Sin City’ fällt deshalb eindeut aus:
Las Vegas ist eine seelenlose Attrappe, an der man sich nach einem Tag sattgesehen hat. Die Menschen kommen, weil sie dort nicht das Gesicht verlieren bei dem kläglichen Versuch, ihre zutiefst menschlichen Sehnsüchte zu erfüllen. Sie suchen Glück und bekommen Glücksspiel, bei dem mit ihrem eigenen Glück gespielt wird. Sie suchen Liebe und bekommen Liebesspiele, bei denen sie ihre eigene Liebe verspielen.
Und die Lehr’ aus der Geschicht’? Nach Las Vegas muss man nicht.
Wie seht ihr das? War schonmal jemand von euch da?



Ich war noch nicht in L.V. und wußte auch schon vor deinem Blogeintrag, dass ich da nicht hin will. Auch wenn es mir von so manchem Freund oder Kollegen schon wärmstens ans Herz gelegt wurde, man müsse das mal gesehen haben. Aber dort gibt es nun wirklich nichts, was ich vermissen würde.
Dein Artikel stärt diese Einstellung, danke!