Archive for Februar, 2009

Vom Leben gelernt

Eine besondere Erfahrung in NY ist es, viel freie Zeit zu haben. Ich rede nicht über Freizeit zum Rumhängen, sondern über frei einzuteilende Zeit. Denn ich liebe Produktivität und bin mit vielen Ideen im Kopf nach NY gekommen.

Vision

Aber ich habe eine Erfahrung gemacht: Ohne einen künstlichen Zeitrahmen - durch die Uni oder den Job vorgegeben - laufe ich Gefahr, meine Tage an die Erledigung nebensächlicher Aufgaben zu vergeuden oder gar zu verbummeln.
Die Herausforderung ist es, mir Zeitpläne aufzustellen, denen ich dann selbst so viel Autorität zuspreche, dass ich mich ihnen anschließend unterordnen muss. Klar, ich habe die Pläne selbst aufgestellt und könnte sie auch jederzeit wieder umwerfen. Aber wenn ich situationsbedingt immer wieder die Pläne ändere, verliere ich den Blick für’s Ganze und es ist unmöglich, eine klare Linie reinzubekommen.

Im vollgepackten Leben in Deutschland hatte ich mir immer gewünscht, nicht ständig in so viele Dinge eingebunden zu sein - Uni, Job, Gemeinde, Haushaltspflichten usw. - weil da soviel Zeit drauf geht, in der ich auch eigene Ideen voranbringen könnte.
Doch jetzt, wo ich einmal alle Zeit der Welt hatte muss ich feststellen, wie schnell der Wert von Zeit verfällt, wenn man zu viel davon hat. Es war und ist nicht immer schlecht gelaufen in NY, aber oft genug, dass ich mich fragen muss, ob es nicht besser ist, in Teilen doch zeitliche Vorgaben von außen zu bekommen, um in der übrigen Zeit, die mir dann zur freien Verfügung steht, motiviert und gezielt auf meine eigenen Ziele hinarbeiten kann. Ob also ein eingebunden sein in externe Pflichten, nicht auch gerade hilfreich sein kann für die eigenen Projekte. Mal sehen wie es wird, wenn wir wieder zurück in Deutschland und damit auch zurück in festen Verpflichtungen sind.

Für meine restliche Zeit in NY ziehe ich folgenden Schluss: Ich werde einen Plan aufstellen mit Wochen-Zielen und festen Zeitvorgaben für die einzelnen Tage. Von 8:00 bis 13:00 Uhr werde ich “arbeiten” und diese Zeit auch wie offizielle Arbeitszeit im offiziellen Arbeitsumfeld behandeln - Ausnahmen und Ablenkungen sind einfach nicht drin. Ich werde die formulierten Wochenziele auf diesen täglichen Zeit-Slot runterbrechen und dann Tag für Tag abarbeiten, sodass am Ende der Woche alle Ziele erreicht sind. Um 13:00 Uhr ist dann Mittagspause und anschließend koste ich das Besondere an NY aus: freie Zeit haben. Für Freunde, für Cafés, für die vielen Ausstellungen, Konzerte und Künstler in NY, für spontane Aktionen und dergleichen mehr. Aber alles getreu dem Motto:
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Denn das ist kein oller Spruch, sondern die Erfahrung von Generationen von Menschen eingeschlossen mir: Ohne die Gewissheit, bereits etwas sinnvolles erledigt zu haben, macht auch Freizeit keinen Spaß.

Live Blogging

Ich sitze gerade im Cafe eines Freundes, der schon letzten Monat Opfer meiner Interview-Aktion war, und warte auf meinen nächsten Interview-Partner:

Roots Cafe

Dave Genat, ebenfalls ein Freund aus der Gemeinde, Australier und hauptberuflich Model. Nicht unbedingt mein Metier, aber der Kerl ist ein Guter und das Gespräch wird es deshalb mit Sicherheit auch.
Die Interviews laufen übrigens ecbt gut: ich habe bisher 15 Seiten Notizen und 15 Stunden Audio-Mitschnitt - genug Material also, um damit gut beschäftigt zu sein. Und das tut es auch: mit beschäftigen. Ich spreche mit Männern, die mich tief beeindrucken über Fragen, die ich mir auch selbst stelle. Über ihre Ziele im Leben, das Erreichte, das Verpasste, das Gelernte. Und das Gesagte gibt mir echt zu denken (ups, das ist jetzt etwas zu poetisch geraten…)
Ich bin halt immernoch in einer Phase im Leben, in der Weichen gestellt werden für alles kommende, sei es nun im persönlichen oder im beruflichen Bereich. Und da bietet es sich einfach an, mit Kerlen zu sprechen, die weiter sind als ich und ein Leben führen, das für mich erstrebenswert ist. Die Antworten geben mir reichlich Denkstoff und ich bin schon jetzt froh über die Idee mit den Interviews und die Möglichkeit, hier mit faszinierenden Menschen sprechen zu können und an mir zu arbeiten.

Hm. Sollte ich nicht gerade Fragen stellen anstatt zu bloggen? Mich hat wohl jemand versetzt…

Montagsvideo #59

Gestern war Oscar-Nacht. Einer der nominierten Filme war Kung Fu Panda, den Bini und ich erst vor kurzem gesehen haben. Zwar hat uns schon der Film selbst beeindruckt, weil er handwerklich einfach sau gut gemacht ist. Aber in den Special Features wurden wir so richtig von den Socken gehauen, von einem Handwerksmeister ganz anderer Art. Guten Appetit:

Auch das Menü auf der Oscarparty war besonders. Es las sich wie das who is who der Nominiertenliste. Und auch der Sieger des Abends war derselbe: Hot’slum’dog for Millionaires. Bilder folgen.

der Abi war’s

Letzten Samstag haben wir uns voller Vorfreude auf den Weg zum La Guardia-Flughafen gemacht. Der Abi war im Landeanflug und sollte uns für eine Woche besuchen. Zeit für große Gefühle. Immerhin war Valentinstag. Und es ist schon besonders, den Abi dazuhaben. Schließlich hat uns das Schicksal die meiste Zeit unserer Freundschaft geographische Nähe verwehrt. Von den 4 Jahren, die wir uns kennen, haben wir nur die ersten eineinhalb in derselben Stadt gewohnt. Dann hat der Kerl die Landesgrenzen verlassen. Und immer, wenn er seine Zelte mal wieder in Wiesbaden aufgeschlagen hat, haben wir uns ganz knapp verpasst. Zeit für große Gefühle also. Noch dazu am Valentinstag. Und tatsächlich: Schon auf dem Weg zum Flughafen haben Bini und ich uns sehr romantisch gefühlt - mit unserer großen Liebe an der Hand. Sie mit mir. Und ich mit ihr meinem iPhone.

valentine's romance valentine's romance

Wie angekündigt, gab’s zum Auftakt erstmal ein romantisches kitschiges Valentinstags-Dinner in trauter Zweisamkeit mit sechs Leuten:

anti-valentine's day anti-valentine's day anti-valentine's day anti-valentine's day

So gar nicht romantisch. So gar nicht zu zweit. Sondern saulustig und voll von guten Freunden. Ich kann nur sagen: best valentine’s day ever. Aber auch ansonsten haben wir die Zeit vollkommen ausgekostet. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel mit einem ausgewachsenen Geburtstags-Brunch am Mittwoch und einem Ami-Übertreiber-Schokobecher im Serendipity:

Abis Geburtstagsbrunch Abis Geburtstag

Es war gut, die Freundschaft mal nicht auf die Entfernung zu haben und wir haben’s in vollen Zügen genossen, ihn da zu haben. “Abi, du bist unser valentine”:

Abis Geburtstag

Ein paar Bilder mit ein paar Anmerkungen gibt’s natürlich bei Flickr.


The Entrepreneur’s Creed

Bini denkt

I do not choose to be a common man. It is my right to be uncommon – if I can. I seek opportunity – not security. I do not wish to be a kept citizen, humbled and dulled by having the state look after me.

I want to take the calculated risk, to dream and to build, to fail and to succeed.

I refuse to barter incentive for a dole; I prefer the challenges of life to the guaranteed existence, the thrill of fulfillment to the stale calm of Utopia.

I will not trade my freedom for beneficence, nor my dignity for a handout. I will never cower before any master, not bend to any threat.

It is my heritage to stand erect, proud, and unafraid; to think and act for myself, to enjoy the benefit of my creations and to face the world boldly and say:

This, with God’s help, I have done. All this is what it means to be an entrepreneur.

Author unknown, via Johannes Kleske

Montagsvideo #58 Sharon Jones & The Dap Kings

Wuhu, es kribbelt immernoch in meinen Beinen: am Freitag waren wir auf einem Konzert am Broadway. Die Queen of Soul Sharon Jones und die Dap Kings haben uns eingeheizt. Diese Dame ist weiß Gott nicht jung, sexy und schön, aber das was sie hat, nutzt sie zu 100 Prozent: mitreißende Energie und eine durchschlagende Soulstimme. Das Konzert und Sharon als Person waren sehr beeindruckend für mich und ich denke immer nochdarüber nach, wie krass diese Frau einfach sie selbst ist und nicht irgendein Popsternchen. Da sie auf der Bühne wesentlich mehr rockt, als in diesem Video, einfach nur den Anfang ansehen und während es läuft weiterlesen:

Nach geschlagenen 1,5 Stunden war das Konzert vorbei und wir alle hundemüde. Doch nach 5 Minuten tosendem Applaus kam die Band für die Zugabe zurück und Sharon Jones hat mit ihrem Song “Answer me” ihre Geschichte mit Gott erzählt. “Mir haben die Leute immer wieder gesagt, ich sei zu klein, zu dick und zu alt, um als Sängerin Karriere zu machen. Ich habe geantwortet ‘Gott hat mir eine Gabe gegeben und die werde ich nutzen. Eines Tages werdet ihr mich akzeptieren, wie ich bin und Gott wird meine Gebete beantworten.’ Und jetzt seht euch um…

Sharon Jones & The Dap Kings Sharon Jones & The Dap Kings
Sharon Jones & The Dap Kings Sharon Jones & The Dap Kings

…hat Gott meine Gebete beantwortet?”

Valentine-happiness bis in die Vorgärten.

Wir wünschen einen schönen Valentinstag!

*me*and*my*valentine* 
Eigentlich wollten wir ganz romantisch und nur zu zweit Abendessen gehn, aber der Domi hat so lange gedrängelt, dass er jetzt doch mitdarf. Und da die Zweisamkeit eh futsch ist, noch 3 andere Jungs. (ha, ich und 4 Männers, das wird der beste Valentinstag ever!) ;) Wir hoffen einen Platz beim überkitscht-geschückten Italiener zu ergattern. Oh ja, ganz viele Rosen, rosa Herzen, Blinkzeug und Glitzer. Aah!! Wie gesagt: best valentine’s day ever.

Vor allem wird dieser Tag natürlich so gut, weil der Abi uns ab heute eine Woche lang besucht. Und mit uns meinen wir mich, denn der Domi ist wohl überwiegend mit seinem neuen Valentine (siehe Bild unten) beschäftigt…  
So, zur Feier dieses lieblichen Tages, hier noch eine Liste, mit 7 Sachen, die im Moment mein Herz höher schlagen lassen:
1. burmesisches Essen -(für mich) neu und lecker!
2. mit Abi und Domi durch die Stadt hüpfen
3. schöne website, zum schöne-Wohnung gucken..
4. krasse Frau mit krasser Stimmen (mehr im nächsten Montagsvideo)
5. nächsten Dienstag eeendlich “Coraline” gucken!! 
6. ein gelbes Kleid für vielzuviel Geld
7. erste, kleine, feine Frühlingsanzeichen (wenn man genau hinsieht…)

Eine love-is-eeeeverywhere Bini

Not that I’m excited…

not that I'm excited

places I miss - places I enjoy #3

Ich mag meine Heimat. Und die Menschen darin. Sehr. Deshalb hat einer der Orte, den ich am meisten vermisse, mit den Menschen zu tun, die ich am meisten vermisse: unser Wohnzimmer mit unseren Freunden darin. Genau so, wie es bei unserer sonntäglichen Wir-füttern-alle-durch-die-wir-kennen-Tradition oft der Fall war:

zu-Hause-Freunde zu-Hause-Freunde zu-Hause-Freunde zu-Hause-Freunde

Ich mag mein zu Hause. Und die Menschen darin. Sehr. Deshalb hat einer der Orte, den ich am meisten genieße, mit den Menschen zu tun, die ich am meisten genieße: unser Wohnzimmer mit unseren Freunden darin. So, wie es am Sonntag bei unserer spontanen Wir-laden-wie-wild-Leute-aus-der-church!-ein-Aktion der Fall war:

Sonntagsfreu(n)de Sonntagsfreu(n)de Sonntagsfreu(n)de Sonntagsfreu(n)de auf unserem Dach

Nach Spaghetti-Vodka und dem obligatorischen Latte Machiato hieß es ordentlich Sonne tanken auf unserem Dach. Bei nahezu angenehmer Temperatur nach permanenten -10°C in der letzten Woche ist bei mir damit endgültig der Frühling im Herzen ausgebrochen. Wer ein paar unserer Freunde hier sehen möchte - bitte sehr:

Da man im Amiland das Gefühl für die Kitsch-Grenze ohnehin ein wenig verliert, hoffe ich auf euer aller Verständnis und möchte am Ende noch eine kleine Sentimentalität loswerden: Zwar sind die Plätze in unserem Wohnzimmer ersetzt worden. Aber die Plätze in unseren Herzen nicht. Da wird niemand ersetzt - wir bauen an.

Blue Like Jazz

Donald Miller

Ich lese gerade Donald Miller’s ‘Blue Like Jazz’, worin der Kerl (siehe oben) auf ziemlich unreligiöse Art seine Gedanken über den christlichen Glauben beschreibt. Das Buch ist sehr empfehlenswert. Für alle, die schon immer mal verstehen wollten, wie um alles in der Welt man an sowas wie einen Gott glauben kann. Und für alle, die an sowas wie einen Gott glauben.
Eine Passage fand ich ganz besonders interessant. In der erzählt Miller von einer Kommolitonin, von der er sagt, sie sei der wahrscheinlich schlauste Mensch, den er bis dahin getroffen hat - und dass sie nichts von Gott hält:

I had no explanation for Laura. I don’t think there is an explanation. (…) I think Laura was looking for something rational, because she believed that all things that were true were rational. But that isn’t the case. Love, for example, is a true emotion, but it is not rational. What I mean is, people actually feel it. I have been in love, plenty of people have been in love, yet love cannot be proved scientifically. Neither can beauty. Light cannot be proved scientifically, and yet we all believe in light and by light see all things. There are plenty of things that are true that don’t make any sense. I think one of the problems Laura was having was that she wanted God to make sense. He doesn’t. He will make no more sense to me than I will make sense to an ant.

Für alle interessierten gibt’s hier das erste Kapitel zum kostenlosen Download.

Montagsvideo #57 Coraline

Dieser Film ist wirklich besonders. An einem kalten Dezembertag sind wir mit Joe und Christiane durch NY spaziert und haben auf der 57 Straße eine große 9 gesehen. Nämlich dir hier:


Größere Kartenansicht

Da Domi und Joe die Angewohnheit haben, ständig über, in und um Sachen zu springen, musste natürlich einer durch das Loch in der 9 krabbeln. Dabei gefunden hat er das:

*der*geheimnisvolle*Schüssel*

Wir haben schnell festgestellt, dass der Schlüssel kein echter und nicht irgendeinem Schussel beim “durch-die-9-Krabbeln” aus der Tasche gefallen ist. Und: das auf der Oberseite “coraline.com” eingraviert ist. Kaum zu Hause haben wir natürlich nachgeschaut, was das wohl sein mag -und eine neue Welt hat sich (zumindest mir) eröffnet.

Coraline ist ein Stop-Motion Film, in dem “alles was man sieht von Hand gemacht ist” (sagt die website). Alles. Und das Ganze ist ziemlich unglaublich…

Noch viel unglaublicher ist, was die Puppe anhat…

Oh, ich könnte noch sooo viele Videos hier verlinken. Es ist einfach so unfassbar. Mehr davon gibt’s auf der website Coraline.com. (Vorsicht, da sind ernsthafte Zeitkillermaschinen versteckt… Viel Spaß!!)

Eine faszinierte Bini

Stolz wie Oskar

Junge, Junge, was hab’ ich für ein Mädchen! Eigentlich darf ich mich als Mann für sowas ja gar nicht begeistern, aber da pfeife ich jetzt mal drauf, denn:
Binis herzrasen-Shop ist online!

mein MädchenOooooh: Ich glaube, ich bin aufgeregter als sie selbst, aber was soll man  auch machen: Jedes noch so kleine Teil ist eine einzige Herrlichkeit, sprüht vor lauter Lebenslust und ist etwas sooo besonderes. Da kann sie  so viel rosa Faden, Blümchenstoff und Spitzenband vernähen wie sie will: Ich finde herzrasen einfach geil! Auch als Mann. Oder gerade. Aber was rede ich, ihr wollt ja nix lesen, sondern kaufen:

http://www.herzrasen.etsy.com

Dumm nur, dass es ihr eigener Shop ist, sonst würde ich ihr heimlich was Schönes kaufen  ;-)