Landtagswahlen 2.0

Ja ja ja, ich lebe gerade ganz woanders und müsste mich eigentlich auch dringend um unsere Angelegenheiten hier kümmern.

USflag@MoMa

Aber ein bisschen Ablenkung schadet nie. Und außerdem habe ich mein Wahlrecht ja immernoch in Deutschland (Danke, liebe Briefwahl). Deshalb will ich dazu noch kurz was sagen, bzw sagen lassen. Bei der eigentlichen Landtagswahl vor knapp einem Jahr habe ich mich nämlich sehr geärgert, dass dieser geniale Beitrag meines Schwippschwagers erst kurz nach der Wahl erschienen ist. Deshalb hab ich in die Wege geleitet, dass nochmal gewählt wird und ich die Chance bekomme, pünktlich darauf zu verweisen. Darum:
Lesebefehl. Für alle, die 18 oder älter sind und das Wahlrecht zum hessischen Landtag haben. Ein kurzer Beitrag, der in 3 Minuten alles sagt, was zur Wahl gesagt werden muss: Wahlen in Hessen von Samuel Kleske.

6 Responses to “Landtagswahlen 2.0”


  1. 1 Jan

    Tja, bei den Wahlen in Hessen gerade würde ich tatsächlich besonders gerne wählen gehen - bin aber unglücklicherweise in BaWü gemeldet und darf nicht.

    Der Beitrag ist wirklich gut - nur, dass mir die wertenden inhaltlichen Gegenüberstellen so nicht ganz passen. Naturgemäß.
    Und die SPD war nie gegen den Flughafenausbau, im Landtag haben die da immer fleißig mit CDU und FDP gestimmt.

    Ich hätte das ganze dann folgendermaßen verfasst:

    Es macht ein Unterschied ob Studenten Studiengebühren zahlen (CDU) oder nicht (Grüne). Es macht einen Unterschied ob der Flughafen ausgebaut wird und damit für eine weitere, unnötige Konzentrierung des Flugverkehrs sorgt (CDU) oder ob dies verhindert wird (Grüne). Es macht auch ein Unterschied ob wir alle Kohle- und Atomkraftwerke so schnell wie möglich abschalten und statt dessen zehntausende zukunftsfähige Arbeitsplätze durch erneuerbare Energien geschaffen werden und die längst überfällige Energiewende eingeläutet wird (Grüne) oder nicht (CDU).
    Es macht einen Unterschied ob unser Schulsystem vor allem auf Leistung, Druck und Selektion basieren soll (CDU) oder auf Integration, Durchlässigkeit und gemeinsamem Lernen (Grüne).
    Es macht einen Unterschied, ob Schulen ein Ort des ganztägigen Lernens werden, an dem auch Angebote über das bloße Pauken hinaus Platz haben (Grüne) oder ob ihnen eine theoretische Möglichkeit dazu gegeben wird, die allerdings keinerlei Unterstützung der Landesregierung erhält (CDU).

    In diesem Sinne hoffe ich am Sonntag auf schön grüne Nachrichten aus Wiesbaden.

  2. 2 Domi

    Geil, Jan. Einfach geil. Ein Hoch auf die freie Meinungsäußerung!
    Aber lass’ uns doch wenigstens gemeinsam auf die SPD einschlagen ;-)

    Eine Frage hab’ ich aber noch im Ernst: Gibt es für die Energie-Versorgung wirklich schon eine flächendeckende, einsatzbereite und kostenvernünftige Alternative zur herkömmlichen Erzeugung, die nicht die Landschaft verschandelt?

  3. 3 Jan

    Das ist ja genau der Punkt. Wie Samuel selbst geschrieben hat: “so schnell wie möglich”. Das heisst eben nicht, einfach alles abzuschalten, sondern bei Neubauten ein klimafreundliches Konzept zu haben. Das beinhaltet Gaskraftwerke mit hohem Wirkungsgrad und Kraftwärmekopplung, einen massiven Ausbau der Solarenergie, eine Förderung dezentraler Biomassekraftwerke, Wasserkraft, Offshore-Windparks und eine deutliche Erhöhung der Energieeffizienz. Wenn man da wirklich wollen würde, könnte man denke ich sehr schnell sehr viel verändern - ohne am Atomausstieg zu rütteln und ohne Kohlekraftwerke einfach abzuschalten bevor der Strom anderweitig erzeugt werden kann. Aber eben auch ohne neue Großanlagen bauen zu müssen. Die gehören mMn sowieso ins Museum. Die Zukunft liegt in kleinen, dezentralen Anlagen, deren Wärme dann gleichzeitig auch genutzt werden kann.

    Greenpeace, die Bundestagsfraktion der Grünen, der BUND und andere haben da interessante Papiere zu verfasst, vielleicht besteht ja Interesse:

    http://www.greenpeace.de/themen/klima/klimawandel/artikel/reichen_die_erneuerbaren_energien_fuer_unseren_lebensstandard/
    http://www.greenpeace.de/themen/energie/energiepolitik/artikel/das_maerchen_von_der_stromluecke/
    http://www.gruene-bundestag.de/cms/publikationen/dok/195/195618.broschuere_energie_2_0.html

    Einen grünen Gruß aus Mexiko,

    der Jan

  4. 4 Sophia

    HAHA ich Rebell, ich war nicht wählen (naja, bei der Wahlbeteiligung ist man ja schon fast Rebell wenn man tatsächlich wählen geht).
    Bis jetzt hat mich niemand, nicht einmal Sams toller Post, davon überzeugen können, dass sich der Aufwand ins Wahllokal zu gehen, lohnt. Naja, immerhin hast du’s versucht, Domi. Vielleicht nächstes Mal…
    Eine politikverdrossene Sophia

  5. 5 Jan

    Die Wahl letztes Jahr hat ja ganz deutlich gezeigt, dass extrem wenige Stimmen einen riesigen Unterschied machen können.

  6. 6 sandrushka

    @jan: nicht nur die Gegenüberstellung an sich gibt den Ton an, sondern auch die Wortwahl in der Umschreibung, das hast du mit deinem Neutext fein dargestellt….
    …hat aber leider nix gebracht, die ganze Chose. Hessen hat wohl keinen Bock auf Change.
    @sophia: da kann ich leider nur den Kopf schütteln. Wenn man sich nicht für das kleinere Übel entscheiden kann, könnte man wenigstens stellvertretend wählen für diejenigen, die keine Stimme haben (blöd gesagt jetzt: für Tiere die Grünen wählen). Wahlverweigerung bringt deshalb nix, da es nicht als Rebellion oder Meinungsäußerung gewertet wird - das Thema “Motivation potentieller Wähler” wird in kein Parteiprogramm neu aufgenommen, ist ja ein Allmende-Problem. …
    Und so wählen nur diejenigen, die schon seit 60 Jahren pflichtbewusst wählen.
    Schade, schade.
    eine schwarzmalende Sandra

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