Nachdem meine erhabene Frau euch mit ihren hochtrabenden Weisheiten erhellt hat, will ich mal ganz plump ein bisschen was davon erzählen, was sich in den letzten Wochen so bei uns getan hat - das ist nämlich einiges:
_Hallo Herbst, du Strahlemann:

Herbst hieß für mich immer nur, der Sommer ist vorbei, aber der Herbst hier in NY ist einfach nur der Hammer: blauer Himmel, strahlende Sonne und klirrende Kälte. Geil. Letzten Sonntag haben wir das perfekte Herbstwetter für einen spießigen Spaziergang durch unser Viertel und den Park genutzt. Hier ein paar Bilder von Park Slope und dem Prospect Park - ein Traum.
_Willkommen zurück, liebe Produktivität:
Wir haben etwas über uns gelernt: Wir lieben Produktivität - und fühlen das Gegenteil über das Gegenteil. Die ersten beiden Monate in NY hatten uns nämlich ziemlich aus dem Rhythmus geworfen. Der Plan: eine Wohnung zum 01. September finden, `ne Zeit lang einen auf Touri machen und dann loslegen mit den unzähligen Ideen in unseren Köpfen. Die Realität: 2 Monate in Wohnzimmern von Fremden hausen, vollzeit Wohnung suchen und mit nix vorankommen… da hat das mit dem innerlich Ankommen, klare Gedanken Fassen, geschweige denn zu Hause Fühlen einfach nicht hingehauen. Bisher haben wir´s vergeblich probiert, aber diese Woche kam der große Wendepunkt: Sich nach einer Phase völlig ohne Routine selber einen festen Rahmen vorzugeben, ohne dass er durch einen regelmäßigen Job von außen gegeben wird. Denn nicht nur für´s Arbeiten tut ein fester Rahmen gut, auch für´s kreativ Sein. Oh wie gut. “Kommt doch, ihr Projekte: ich mach euch alle fertig!”
_Park Slope, du neues zu Hause:

Hat uns vorher noch so einiges vom zu-Hause-Fühlen abgehalten, so sind jetzt alle Dämme gebrochen: Ich fühle mich sooo wohl hier! Auf dem Weg zu den Cafés, in denen ich immer arbeite, laufe ich Bekannten über den Weg. Dort angekommen, schwätze ich mit dem gewohnten Barista. Und nach getaner Arbeit kommt ein Freund und wir gehen auf ein Konzert von Bekannten. Ich brauch sowas. Ich bin ein Sozialjunkie.
_Church of Park Slope, church of us:
Es gibt eigentlich nur zwei Dinge gibt, die man über uns wissen muss: 1. Wir lieben Kaffee. 2. Wir lieben den Herrgott. Und dieser hat sich für uns was besonderes ausgedacht: Auf der Suche nach tollen Cafés in unserer Nähe sind wir auf ein besonders nettes gestoßen: das Postmark. Sonntags drauf wollten wir dann erstmals dahin uuund - es war geschlossen. Geschlossen! Ein Café, an einem Sonntag? Ist das nicht DER Tag, an dem Umsatz gemacht wird? Doch ein kleiner Post-it an der Tür hat uns aufgeklärt: “Church for Park Slope meets sundays at 10:30am”. Eine Kirche, die ein Café betreibt - das kann nur gut werden. Wurde es auch: als Willkommensgeschenk ein Thermobecher vom Postmark, während der Predigt ein Tasse Kaffee, nach dem Gottesdienst Basketball mit dem Pastor und Lobpreis von diesen Kerlen:

Nicht, dass alles perfekt wäre - das wollen wir ja gar nicht, es muss ja auch noch was zu tun bleiben für uns. Aber es gibt so viele Dinge, die einfach passen, weil wir uns genau sowas für unsere Zeit hier gewünscht haben - das trägt ganz klar Gottes Handschrift. Und wir müssen definitv nochmal mehr darüber erzählen.
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