Archive for Oktober, 2008

Ein Blick auf die Amis

In den Kommentaren zum letzten Montagsvideo kam die Frage auf, welchen Charakterzug ich an den Amis  zu schätzen gelernt hätte. Ich meine, die haben ihr Fett ja nun schon zwei Mal wegbekommen und trotzdem hab´ich behauptet, die Deutschen könnten sich in einigen Punkten eine Scheibe abschneiden. Deshalb will ich nochmal einen genaueren Blick auf die Amis werfen:

*Mets*game*

In den zwei Monaten, die wir jetzt in Amerika leben, haben wir schon unzählige Male erlebt, welche Eigenschaften die meisten Amis auszeichnen:
Herzlichkeit. Als wir in New York angekommen sind, kannten wir nur eine handvoll Leute, aber die Amis begegnen Fremden mit einer Herzlichkeit, von der wir in Deutschland nur träumen können. Wenn dich ein Freund einem Bekannten vorstellt, hast du im nächsten Moment auch schon dessen Freunde kennengelernt und so weiter. Und die zeigen dann allesamt eine beeindruckende
Hilfsbereitschaft. Als wir nach drei Wochen kostenlosem Wohnen bei Ashley zum Beispiel immer noch kein Apartment hatten, haben wir sonntags ihre Freundin Courtney kennengelernt und sie hat uns montags bei ihr willkommen geheißen - für zwei Wochen, ohne zu Zögern. Das muss wohl an ihrem
Optimismus liegen, den sie offensichtlich mit dem Rest der Amerikaner  gemein hat: von allem und allen Neuen wird erstmal nur das Beste erwartet. Da kann die Wirtschaftskrise so groß sein, wie sie will: den Zukunftsglauben wird diesem Land niemand nehmen. Daher kommt wohl auch die
Lebensfreude, mit der man hier um sich schmeißt. Ständig hört man lachende Nachbarn, die sich auf den Treppenstufen vor ihrem Haus gemeinsam amüsieren. Amis sagen, das habe mit ihrem
Gottvertrauen zu tun, das im ganzen Land noch wesentlich weiter verbreitet ist, als in Europa. Und dann ist da noch die
Freiheit, die scheinbar viele Amis haben: da wird einfach mitten in der U-Bahn kräftig beim Lieblingslied mitgesungen, das auf dem iPod läuft - ohne auch nur an´s Genieren zu denken. In derselben U-Bahn wirst du übrigens definitiv in irgendein nettes Gespräch verwickelt, denn die
Offenheit, die man hier gegenüber dem Fremden hat, ist wirklich bemerkenswert. Zu guter letzt noch ein Punkt, der natürlich mit dem richtigen Maß angegangen werden muss. Und was die Deutschen da zu wenig haben, ist bei den Amis vielleicht ein bisschen zu viel, aber: prinzipiell glaube ich, dass ein gesundes Maß
Freude am eigenen Land und die Überzeugung vom eigenen Land helfen, sich dort auch wohl zu fühlen und zu schätzen was man hat. Und glaubt mir: wir haben in Deutschland einiges, was richtig richtig gut läuft und worum uns viele andere beneiden. Wie hoch unsere Standards sind erkennt man manchmal wirklich erst, wenn man in einem anderen Land ist. Aber das ist ein anderes Thema…

1 Pflaster, 2 macbooks und 3 Spatzen

*endlich*

Hm, ein bißchen dekadent fühle ich mich ja schon, wenn wir in einem Café (wie das mit den drei Spatzen..) unsere beiden macbooks rausholen… Aber was soll ich machen -wir brauchen das neue -nein MEIN neues macbook wirklich sehr. Für’s schreiben, lesen, bloggen, Musik, Fotos und nicht zuletzt unsere komplette Deutschlandkorrespondenz -an der Stelle nochmal ganz dezent unsere Adresse:

745 Union St #4
Brooklyn, NY 11215 
USA

-falls jemand das Bedrüfnis verspürt uns außerhalb unserer 2 macbooks zu kontaktieren ;).

Noch ein paar erklärende Zeilen zum Pflaster: das kam heute auf Domis Finger (Sofa-schlepp-Verletzung) und dabei habe ich erstaunt festgestellt, dass ich noch nie ein Pflaster an ihm gesehen habe. In 9 Jahren, die wir uns kennen. Nie. Und einen blauen Fleck gab’s glaub ich auch erst ca. 3 Mal. Ist doch erstaunlich, oder? Unverwundbar -nä. Aber Pflaster sind ja nur was für Weicheier (oder, wie heute, für eitle Männer, die den neuen Pulli vor der Wunde schützen wollen). 
Soviel Tiefsinniges für heute. Muss mich jetzt wieder den vielen anderen Funktionen meines neuen macbooks widmen.

Eine verapplete Bini

Montagsvideo #42 The Story of Stuff

O.k., dieses Montagsvideo ist wirklich sau lang, aber es ist jede Minute wert. Wir leben jetzt seit etwas über 2 Monaten in Amerika und eine Sache hat uns einfach so erwischt, ohne dass wir es wollten: Wir sind Teil der Wegwerf-Gesellschaft. Und wir haben uns dran gewöhnt: Den Kaffee to go im Pappbecher, den Salat selbst im Restaurant in der praktischen Plastikschüssel mit Einweg-Geschirr und die Einkäufe in zwei Plastiktüten - das hält besser als eine, selbst wenn man nur eine Sache kauf, z.B. Milch in der Kunststoffflasche und ohne Pfand.
Versteht mich nicht falsch: Das ist kein rein amerikanisches Problem und es gibt sehr, sehr viele Dinge an den Amis, die ich absolut schätze und bei denen sich die Deutschen eine Scheibe abschneiden können. Aber in punkto Umwelt wird man hier automatisch und noch krasser als zu Hause zum unbewussten Mittäter. Und genau den deckt die “Story of stuff” in jedem von uns auf:

Was denkt ihr: Müssen wir was an unseren Gewohnheiten ändern? Anders shoppen, anders essen, anders leben? Und welche Maßnahmen hast du persönlich getroffen oder könntest sie dir vorstellen?

places I miss - places I enjoy #1

Ein Ort, den ich definitiv sehr vermisse, ist mein Platz auf der Mauer auf dem Neroberg in Wiesbaden. Von Zeit zu Zeit brauche ich Weitblick, Überblick und Weite. Deshalb habe ich hier viele inspirierende Abende verbracht:

Nerobergpanorama

Ich kann gar nicht sagen, wie viele wunderbare Gespräche ich hier hatte - allen voran mit Joe, meinem best man. Und wenn mir hier etwas fehlt, dann sind es genau solche Momente: mit guten Freunden an einem solchen Ort sitzen, einen eisgekühlten Martini mit `ner Lucky genießen und dabei über Gott & die Welt philosophieren. Der Neroberg - definitiv einer der “places I miss”.
Gott sei Dank hat sich eben dieser aber darum gekümmert, dass ich hier in NYC nicht verkomme und mir direkt mal einen Neroberg-Ersatz gesichert. Nicht ganz so grün, aber urbaner - und dafür bin ich ja hier. Unser Hausdach mit Blick auf Manhatten:

Dachpanorama

Gerade in einer Stadt wie New York City liebe ich es, mal nicht nur bis zum nächsten Hochhaus sehen zu können, sondern den Blick weit schweifen zu lassen und in die Ferne zu denken. Die weltgeilste Bini lässt sich sogar ab und an mal zu einer Lucky herab, weil sie meinen Hang zu solchen Momenten kennt. Trotzdem mache ich mich mal auf die Suche nach einem Kerl, der für gute Gespräche unter Männern zu haben ist. Allen meinen Jungs zu Hause muss ich mal sagen: “1000 Dank für eure Freundschaft - ihr seid unersetzlich!” So, jetzt muss ich schnell aufhören mit den Sentimentalitäten. Sonst entsteht noch ein falscher Eindruck. Nach dieser Woche kann ich nämlich das erste Mal uneingeschränkt sagen: Ich bin innerlich richtig angekommen! Zu Hause in New York City.

die Wahrheit

Die Wahrheit über unsere Ausreise aus der Bundesrepublik Deutschland ist: Wir haben versucht, den Bundesbehörden zu entkommen - doch sie haben uns auch hier ausfindig gemacht:

die Wahrheit

Haha, ich hab´s ja schon immer gesagt: die Bini ist von uns beiden die Raserin.  Aber die Hintergrund-Story kann ich euch nicht vorenthalten, auch wenn sie mich dafür auspeitschen wird:
Bini wurde in ihrem Leben erst zweimal geblitzt. Das Foto vom zweiten Mal seht ihr hier vor euch und ist auf dem Hinweg zu einem Deko-Laden in Dietzenbach aufgenommen worden, weil sie auf einer Straße die, Zitat, “ehrlich tooootal nach einer Landstraße aussah” über 70km/h gefahren ist. Zack, erwischt. Hehe, kann jedem mal passieren. AAABER:
Das erste mal, dass sie geblitzt wurde, war vor ca. 2 Monaten. Da ist sie nämlich auf der Rückreise geblitzt worden, weil die Straße sooo sehr nach einer Landstraße aussah.  Und wo? Na klar, auf dem Rückweg vom selben Dekoladen in Dietzenbach - selbe stelle, nur auf der Gegenrichtung ;-)

Montagsvideo #41 Obama kann auch anders

Junge, Junge: dieses Wochenende war tough. Für eine kleine Zeitschrift soll ich ja über die amerikanischen Präsidentschaftswahlen schreiben. Ende letzter Woche habe ich dann die Nachricht bekommen, dass der erste Artikel am Montag fertig sein muss. Montag! Sau wenig Zeit. Aber es hat hingehauen: ich hab´das Wochenende durchgeackert und das süße Stück soeben abgeschickt. Nach all der ernsten Recherche sind mir mir diese heiteren Töne von der US-Wahl eine willkommene Abwechslung:

Lustig, dass ich das Video erst bei Johannes finden muss, wo die ganze Sache doch hier um die Ecke stattgefunden hat. Hier ein kleiner Auszug aus dem Artikel:

Die Rollen sind klar verteilt: Obama ist der charismatische Visionär,
der frischen Wind ins festgefahrene Washington bringt und
die Lobbyisten durch dynamische Weltverbesserer ersetzen will.
McCain ist der erfahrene Politprofi, der sich als Navy-Pilot
verdient gemacht hat und durch seine Gefangenschaft in Vietnam
zum Kriegshelden aufgestiegen ist. Patriotismus ist sein Zugpferd,
das von Obama ist Pathos. Mit seinen leidenschaftlichen
„vote for change“-Apellen scheint dieser das Bedürfnis nach Wandel
eher zu treffen als McCain.

Ich muss zugeben: als jungem Kerl voller Weltverbesserungsgelüsten hat Obama auf mich eine natürliche Anziehungskraft. Seine mitreißenden Reden lassen mich nicht kalt und solche Videos wie das da oben verstärken die Sympathie. Das einzige, was mich nachdenklich werden lässt, sind einige seiner Ansichten, die nicht in den Medien auftauchen. Ich nenne hier einfach mal ein paar Punkte, die in Deutschland traditionell weniger liberal gesehen werden, ohne meine eigene Meinung einzubringen:
Abtreibung will er erlauben, bis der Fötus selbstständig lebensfähig ist. Das ist um die 25. Schwangerschaftswoche herum. Forschung an embryonalen Stammzellen soll selbst dann erlaubt sein, wenn diese eigentlich zur künstlichen Befruchtung gedacht waren und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sollen Stück für Stück mit der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden.

Was denkt ihr dazu?

alt und neu

Ich habe diese Woche ein paar neue und alte Sachen genossen.

neu 1: mein erstes Morgengrauen-Shooting. Weil ich ja mit dem Fotographieren weiterkommen und rumprobieren will, bin ich tatsächlich um 5:00 aufgestanden und in den Park gestapft (der von fanatischen Joggern bevölkert wird. Und Pit Bull-Besitzern, die denken, dass sie ihre knurrenden Köter im Dunkeln nicht anleinen müssen…uuh). Oh, es war herrlich. Fern der Jogging- und Pit Bull-Pfade war es wundervoll friedlich und es sind ein paar schöne Bilder rausgekommen…

*das*neue*Morgengrauen*Shooting*

alt 1: die gute, alte Kaffee-Tradition. Und der frönen wir ab jetzt auf unserem neuen Sessel. Den haben wir auf einem Stoop Sale erworben (das ist im Prinzip ein kleiner Privat-Flohmarkt, auf dem Leute eben alles verscherbeln, was sie nicht mehr brauchen. Aber darüber schreiben wir später nochmal mehr). Der Sessel ist jedenfall saucool und hat nur 15,- Dollar gekostet. Supergeil.

*die*alte*Kaffee-Tradition*

neu 2: MEINE NEUE NÄHMASCHINE!!!!! YEAH!! Sie ist von brother (das ist ein gute Marke in der Nähmaschinenwelt ;)) und hat nur 10 Euro mehr gekostet, als mein Aldi-Schätzchen in Deutschland :)

*die*neue*Nähmaschine

alt 2: Das kreative Chaos. Es ist zurück. Ich bin sooo glücklich meinen neuen Schreibtisch voll zu müllen…

*das*alte*kreative*Chaos*

neu 3: die neue Schreibtisch-Ordnung (wenn das kreative Chaos mal schläft). Endlich ist der letzte Koffer ausgepackt und es haben sich einige Schätze zum werkeln wieder gefunden. Aber nicht nur das, auch ein anderer alter Bekannter ist wieder aufgetaucht…

*die*neue*Schreibtisch*Ordnung

alt 3: meine heimliche Liebschaft. Ich hatte total vergessen, dass ich noch zwei herrliche und originale Aldi-Mozartkugeln übrig hatte, die im Packstress in die Koffer gewandert sind. Jetzt sind sie hier und neben Hersheys (ihr wisst schon, die Kotze-Schoko) ein wahrer Lichtblick.

*die*alte*heimliche*Liebschaft*

Eine irgendwie-selbst-auch-alte-und-neue Bini

99 Monate und Schluckauftag

Heute sind der Mann, der alles kann (keine Sorge, nur ein vorübergehender Spitzname…) und ich 8 Jahre und 3 Monate zusammen. Also 99 Monate. Und in dieser furchtbar und herrlich langen Zeit hat er nicht mitbekommen, dass ich ab und an einen Schluckauftag habe. Also ein einzelner Tag, alle paar Monate, an dem ich zwischen 5 und 9 Mal Schluckauf habe. Und dann wieder lange nicht. So ist das bei mir. Und man kann 99 Monate mit mir verbringen, bevor man es merkt… Hihi..

*unsere*Straße*

Eine aufschluckende Bini

Montagsvideo #40 Richtig so.

Montagsvideo Nummer 40 - das heißt, wir schreiben diesen Blog seit 40 Wochen. 40 WOCHEN! Das ist sau lang. Ich meine: in der Zeit kann man Kinder kriegen. Oder andere schlimme Sachen anstellen ;-)
Wie dem auch sei, zwischen den Jahren hatten wir entschlossen, 2008 mit dem Bloggen anzufangen. Deshalb war das Montagsvideo #1 vom 07. Januar  unser Soundtrack 2007. Damit gibt es seit 40 Montagen ohne Ausnahme jede Woche ein Video, das wir gefunden/geliebt/gehasst oder selbst gemacht haben. Krass.

Heute darf mal ein alter Bekannter aus dem Vaterland ran: Marcel Reich-Ranicki, Urgestein des deutschen Intellekt. Ich hab´noch nie eine positive Kritik von ihm gehört, aber damit hat er einfach mal recht:

Klar, habt ihr alle schon gehört. Aber ich kann nur sagen: Richtig so, Alter: Hau diesen niveaulosen Medienmenschen mal so feste auf den Hintern. Atze, Martin & wie sie alle heißen - alle in einen Sack und drauf hauen. Am besten im Tempel ihrer Selbstbeweihräucherung, dem deutschen Fernsehpreis. Auf dass sie in Zukunft bedeutungsvolleres produzieren. Bei dem Blödsinn, der da läuft, schäme ich mich ja fast als angehender Medienmensch.

Park Slope & New Jersey

Das war jetzt aber mal ein feines Wochenende und hat sehr geholfen, einfach mal im neuen zu Hause anzukommen! Noch dazu geht es mit einem sehr produktiven Tag für die Wohnungseinrichtung zu Ende: wir sind durch unser Viertel geschlendert und haben bei kleinen, privaten Hofflohmärkten richtig coole Schnäppchen ergattert - das Wohnungs-Vorstellungs-Montagsvideo rückt also näher!
Unser Viertel heißt übrigens Park Slope und liegt in Brooklyn westlich vom Prospect Park. Mit jedem Tag, den wir hier sind und je mehr wir von Park Slope entdecken, desto größer wird unsere Begeisterung: es ist einfach nur traumhaft! Eine gelungene Mischung aus alten Häusern, jungen Kreativen, viel Musik, etlichen Cafés, Bars, Klamottenläden, Ökos & Horden von Obama-Anhängern:

unser Viertel: Park Slope unser Viertel: Park Slope
unser Viertel: Park Slope unser Viertel: Park Slope

Um dem Kitsch den Rest zu geben haben wir am Wochenende einen Tagesausflug gemacht - zum apple picking nach New Jersey! Chris & Janet haben uns eingeladen, mit Freunden ihrer Herbsttradition zu folgen und einen Tag in der kitschigen Idylle des Garden State New Jersey zu verbringen. Am Ende dreht sich dabei eigentlich alles nur darum, auf einer riesigen Farm unzählige Äpfel & Kürbisse zu ernten, zwischendrin ein paar Footballs zu werfen und bei alledem möglichst viel zu Lachen - und das hat funktionert:

apple picking in New Jersey apple picking in New Jersey
apple picking in New Jersey apple picking in New Jersey

Die Beiden sind echt cool - sehr hilfsbereit und einladend: Bevor sie uns zum apple picking eingeladen haben, haben sie sich einen ganzen Tag bei Ikea mit uns um die Ohren geschlagen, damit wir unseren Kram in ihrem Van nach Hause fahren können. Einfach so. Bilder vom Männerkram mit Chris gibt´s schon, Bilder von Mädelskram mit Janet kommen nächste Woche - vielen, vielen Dank, ihr zwei!

Männer & Sport

Puh, es gibt wirklich noch so viel zu erzählen: Erlebnisse, Gedanken, Beobachtungen und und und. Aber ich sollte jetzt wirklich ins Bett. Und das mach´ich auch. Gutes Nächtle.

2 Frauen, 2 Stories

Ich habe mich immer gefragt, warum Gott zu lässt, dass jemand so tolles wie meine Freundin Beth, so einen Scheiß wie Zöliakie bekommt -eine Krankheit, bei der Gluten (ist in Weizen) furchtbar schlimme Bauchschmerzen verursacht, weswegen man eine krasse Diät halten muss. Als ich sie letztes Jahr besucht habe, hatte sie (durch Zöliakie) Allergien gegen: Mehl, Milch, Soja, Knoblauch, Honig, Nüsse. Hm, was durfte sie also essen? Blanken Reis. Karotten. Das war’s so ziemlich.
Und heute hat sie mir erzählt, dass sie sich nach der Uni selbstständig machen will -als Ernährungsberaterin für Zöliakie-Patienten. Sie will mit allem dem Insiderwissen, dass sie gesammelt hat anderen dabei helfen, mit den Einschränkungen zurecht zu kommen und trotzdem ein leckeres Leben zu haben. Und das finde ich soooo geil. Weil es supergut zu ihr passt und weil sie in der Lage sein wird, wirklich aufgeschmissenen Menschen zu helfen (meine Welt würde untergehen ohne Pfannkuchen und ordentliches Butterbrot). Und ich finde es einfach unglaublich, wie Gott aus so einer beknackten gesundheitlichen Situation so viel Gutes machen kann. Für sie ist es der Job, den sie schon immer machen wollte -und es wird vielen Menschen so viel mehr Lebensqualität bringen…

Beim Stichwort Lebensqualität muss ich an meine Mama denken, der gerade etwas ähnliches passiert. Sie hat nach einem Unfall eine längere Krankengeschichte hinter sich, mit dem Ergebnis, dass sie dauerhaft Schmerzen hat. Jetzt hat sie ein Mediakment, das sehr gut wirkt und anscheinend ziemlich neu ist. Ihr Arzt hat sie deshalb gebeten, sich in Berlin auf einem Kongeress darüber interviewen zu lassen (was sie unglaublich viel Überwindung gekostet, aber ihr auch ein nettes Berlin-Wochenende eingebracht hat). Das Interview war ein voller Erfolg und viele Leute haben sich hinterher bei ihr bedankt, wie ermutigend es war ihren positiven Bericht zu hören -und das dieser Bericht dazu beiträgt, dass vielen anderen Menschen mit dem Medikament geholfen werden kann. Ja und jetzt soll sie noch ein Interview machen. Diesmal auf einer Insel im Süden -und da darf sie dann eine Woche kostenlos Urlaub machen…

Und da bleibt mir nix übrig, als zu sagen: Gott, du bist so cool.
Auch wenn ich nie verstanden habe, warum meine Mama diese blöden Unfall und die blöden Schmerzen haben muss oder warum die Beth so einen Einschnitt in den Speiseplan und monatelange Bauchschmerzen haben musste, es ist soooo geil zu sehen, wie Gott auch aus etwas Schlechtem etwas Gutes macht. Und nicht nur für die beiden selbst (denn meine Mama wird den Inselurlaub sicher genießen ohne Ende ;)), sondern auch, weil sie so vielen Menschen damit helfen können.

Das ist sehr geil. Hier meine beiden Heldinnen des Tages. Wobei der eigentliche Held ein anderer ist…

*meine*Beth* *meine*Mamili*

Eine umgehaune Bini

P.S: Die Allergien von der Beth sind inzwischen besser geworden und sie darf (außer Gluten) wieder alles essen. Adieu, Karottenreis! ;)

Das Gegenteil von NY

ist Connecticut. Stille, Herbst, Wald und Weite. Und alle 500m ein Haus.
Aber auch hier kann man Spaß haben…

*connecticut*panorama*

Vor allem wenn man zwei alte Freunde trifft, wie Robin und Erica. Und herrliche Sachen macht, wie auf einem Boot durch die Gegend fahren und Pumpkin Pie machen und in den einzigen Pub im Ort gehen und von allen angestarrt werden, weil man nicht von da ist. Was für ein Spaß! Und eine herrliche Entspannung vorm Umzug. Und jetzt sind wir froh und glücklich wieder im Gegenteil von Connecticut zu sein.

Eine frohe und glückliche Bini

P.S. Mehr Bilder einfügen bleibt mir heute von der lieben Technik verwährt, darum muss jeder selbst bei flickr gucken.