Nichts als die Wahrheit

Auf einen Blog gehört ja nicht nur der Sonnenschein, sondern die ganze Wahrheit:
Heute habe ich festgestellt, dass ich ein Koffein- und Sozial-Junkie bin. Mein Tag war obergrottig und meine Motivation reichte noch nicht mal mehr dazu, meine Stirn auf die Tischplatte zu legen und bitterlich in Tränen aus zu brechen. Dann beschloss ich (zum 3.829 Mal an diesem schönen Tage), dass es so nicht geht, dass ich weitermachen muss und dass eine schöne Tasse Kaffe dabei eine gute Unterstützung ist. (Obwohl ich eigentlich den Kaffeekonsum mal runter fahren wollte, weil es mir allmählich zu viel vorkommt. Mit dieser Beobachtung liege ich richtig, wie sich herausstellte).
Eine Koffeindosis später und nach ein paar netten Worten von meinem Chef, fühle ich mich wie ausgewechselt. Koffein puscht meinen Körper, Lob meinen Geist. Ich bin hilflos koffein- und anerkennungsabhängig. Das ist die Wahrheit. Wenn mein Chef kommuniziert (ja, leider meist nonverbal, aber mit netten Lachfältchen um die Augen), dass er mit mir sehr zufrieden ist, könnte ich Bäume ausreißen vor guten Ideen. Wenn der Domi mir sagt, wie toll ich aussehe, möchte ich in jeden Spiegel zwinkern. Und wenn mein liebes Papili auf seine Weise kommuniziert, dass er stolz auf mich ist, wird mir ganz warm ums Herz.Vielleicht ist es gar nicht so unbedingt notwendig unabhängig von anderen zu werden.
Vielleicht muss ich nur lernen, wie sehr ich das brauche und mich in angestrengten Momenten daran erinnern, was eine nette Freundin neulich Nettes über mich gesagt hat. Und dass es da noch einen Gott gibt, an den ich glaube und der an mich glaubt. Und wenn ich das weiß, kann ich eines Tages einen Hammertext ohne anerkennende Lachfältchen schreiben. Und mit mir selbst auch einfach so zufrieden sein. Und mit der Kaffeemenge, die ich konsumiere. Denn daran, fürchte ich, kann ich beim besten Willen nichts ändern.

Eine süchtige Bini

P.S. ich fürchte: manchmal bin ich auch abenteuersüchtig… Das war im Juni 07 beim Quad fahren mit Beth (hinten rechts) in Alaska. Fun times…
fun times

3 Responses to “Nichts als die Wahrheit”


  1. 1 hannaaaaaaaa

    Ich schließe mich dem outing an: anerkennung ist mir auch echt wichtig, schwierig ist nur das es einem nicht zu wichtig wird - vor allem die anerkennung der menschen, weil deren maßstäbe oft sowieso sehr verzerrt sind. aber tief im herzen steht meiner meinung nach jeder mensch auf anerkennung und ich bin noch keinem begegnet der laut jubelnd weitergearbeitet hat nachdem seine ideen etc als “offiziell kacke” erklärt worden sind..

  2. 2 Bini

    Juhuu, ich bin nicht allein :) Ja, irgendwie denke ich auch, dass alle positiv auf Positives reagieren. Mein erster Impuls ist halt immer zu denken: “uuaaah, das geht nicht!”. Darum der Gedanke -vielleicht kann man ’s ja umdrehn und es voll nutzen. Also dem Chef diese einfach Gleichung sagen: mehr Lachfältchen = mehr Hammerideen. Und vor allem eben auch mal die Perspektive klar rücken -so sehe ich mich gerade: hmpf. So sieht Gott mich gerade: oh wow. Könnte ich das nur auch sehen… Aber das lernen wir noch, gell? :)

  3. 3 Doro Heinrich

    yepp
    mit einjähriger Verspätung schließ ich mich auch an.
    und wisst ihr was: ich glaub,
    Gott geht es ähnlich :) smile
    IHM GEHÖRT ALL MEIN LOB
    schreibt einer in der Bibel… und ich bin überzeugt, Gott genießt es :)
    und da wir nach seinem Ebenbild gemacht sind mit allem drum und dran ist da auch diese Sehnsucht, gelobt zu werden
    denk ich mal so. was meint ihr?

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